Der „Biketrain“ rollt von Verona in Richtung Venedig

Der „Biketrain“ rollt von Verona in Richtung Venedig

Ich hatte eine gute Nacht, dank Klima-Anlage – bei so einer tropischen Nacht ist es wunderbar, wenn man sich auf angenehme 23°C runterkühlen kann. Es ist so erfrischend in der Früh aufzustehen. Umso krasser ist der Hammer, wenn du vor die Türe trittst. Ja heute steht eine große Etappe an und ich hoffe, dass Alles einigermaßen klappt – nicht so wie Gestern. Mein Hänger ist gepackt und an mein Rad gekoppelt – Abfahrt. Fabio hatte mir gestern noch Veronas Himmelsrichtungen verdeutlicht und so startete ich Richtung Süden so nach Padua.

„Läuft!“ dachte ich mir … ja ja denkste … Bis zur ersten Kreuzung und da trenten sich unsere Wege – weil nämlich Richtung Padova keine Bicicletta fahren dürfen. Zumindest nicht auf diesem Weg. Nun die Abenteuerlust war geweckt und ich fuhr einfach südlich – irgendwo da ganz weit weg muss das Meer sein – und da will ich hin, also Los! Ich lass mich doch von so einem blöden Schild nicht aus der Ruhe bringen. Außerdem trug ich noch die kühle des Airconditioners in mir.

Von wegen Radtour? – Pfadfinderausflug!

Und so rollerte ich mal wieder ins Ungewisse. Na ja – ich hatte ja Zeit und an jeder Kreutzung, auf die ich traf, machte ich kurz halt, schaute in mein „ich will Dich nicht navigieren“-Maps rein, ob ich den nächsten Punkt finde – so ein wenig wie beim Geocaching, nur dass ich eine Stadt zu finden versuchte. Die Temperaturen stiegen mittlerweile schon wieder auf krasse 38°C an. Es war weit und breit kein Schatten in Sicht, also fahr kleiner Biktrain, denn durch den Fahrtwind kam es mir ein wenig kühler vor. Heute musste ich wirklich immer daran denken, für die Strecken genügend Wasser an Bord zu haben und es mir auch bis zur nächsten kleinen Gemeinde einzuteilen.

So fuhr ich von Punkt zu Punkt und keine Menschenseele war zu sehen. Es war Sonntag – kein Wunder also – die lagen bestimmt alle in ihren klimatisierten Häusern und dachten sich beim Rausschauen „schaut euch den Biketrain-Lokführer an! Der ist ja mal drauf“ (Nur so eine Hypothese meinerseits). Eigentlich ganz schön, wenn man auf den großen Straßen nicht unterwegs sein darf – so kommt man auch in den Genuss Italiens Hinterland kennen zu lernen.

Sonntags einkaufen ist doch kein Problem außerhalb Deutschlands?!

Jetzt war es soweit mein Wasservorrat neigte sich dem Ende zu. Da heute Sonntag ist und alle Tankstellen auf Automatik umgestellt sind ist also auch kein Barbetrieb. Ich habe aber auf meiner Reise dazu gelernt und Sportbars haben offen und dort gibt es auch immer kühle Getränke zu Kaufen. Ich kam gerade an einer Vorbei und nutzte die Gelegenheit meinen Flüssigkeitsvorrat ausreichend zu füllen. Es ist schon immer Witzig, wenn man so eine Bar betritt: Jeder schaut dich ganz verwundert an, als ob du von einem anderen Stern kommst. Aber Angriff ist die beste Verteidigung und mit meiner Erscheinung und dem Gerede kann ich dann doch das Eis (hihi) immer brechen. Also ab zum Kühlschrank und sich freuen.

Lecker, schlürf. Ich habe mich noch eine Weile dort niedergelassen, bevor es dann weiterging . Die Stationen die ich alle durchfuhr kann ich leider nicht aufzeigen, das würde den Rahmen ein wenig sprengen – aber so viel mag gesagt sein: es waren eine Menge – Italens südliches Hinterland – Wow. Also fuhr ich weiter und hatte auf meinem kleinen Garmin schon 80 km stehen. „OK?!“ dachte ich mir und so nahm ich mir nochmal eine kleine Auszeit. Wie ihr euch denken könnt, fordert die Hitze echt ihren Tribut. Also suchte und fand ich ein nettes Schattenplätzchen zum Ausruhen.

Wir haben doch keine Zeit

Nach kurzem Verweilen – auch wenn es schön war – musste ich weiter. Ich hatte ja noch ein paar Kilometer vor mir und es waren immer endlos erscheinende Straßen, die vor mir lagen. Aber es hilft nichts Arschbacken zamkneifen und los ging es. Die Fahrt ging so dahin und auf einmal tauchte ein Radfahrer neben mir auf. Und das, obwohl ich die ganze Zeit einen 22iger Schnitt fuhr, was garnicht mal so langsam ist. Er rief mir ein „Ciao“ entgegen, ebenso wie seine Partnerin – und schon war er wieder da der schöne Moment – echt cool.

Die beiden verschwanden dann so langsam und ich kehrte wieder in meinen Rhytmus zurück und schwitzte mir einen km nach dem anderen heraus. Am Horizont war eine Kurve zu erkennen und als ich diese befuhr kam ich an eine wirklich imposante Stadtmauer mit vielen Türmen und Erkern. Beim vorbeifahren bewunderte ich diese noch ehrfürchtig, bis ich an eine Ampel kam. Und wer Stand dort auch, die beiden Radfahrer, die mich nur wenige km zuvor Überholt hatten.

Mal wieder geträumt

„Garnicht schlecht dein Tritt“, dachte ich. Als die Ampel grün wurde starteten wir gemeinsam und natürlich fuhr ich in die gleiche Richtung ohne auf die Schider zu achten. Das stellte sich als blöde Entscheidung heraus, denn es war natürlich die falsche Richtung und ich musste den Weg wieder zurück, bis ich wieder auf meiner Straße nach Padova war. Mittlerweile hatte ich ganz gut Strecke gemacht und ich merkte wie meine Kraft etwas nachgelassen hat. Da war eine Tankstelle – juhu- Timeout – und so fuhr ich ab. Da waren sie die drei Säulen der Erfrischung – man tut das gut.

Allzu lange sollte ich aber nicht bei den drei Säulen bleiben. Die Zeit arbeitet gegen mich und ich hatte noch viele km vor mir. Es geht halt immer geradeaus und es stellt sich eine gewisse Monotonie ein. Ich bin mehr damit beschäftigt meine Sitzposition und die Haltung am Lenker zu verändern. Zumindest war auf den Schildern an denen ich vorbei kam schon Padua zu lesen. Ein Lichtblick – dachte ich mir zumindest. Es sollte anders kommen – wie so oft. Auf meiner Uhr standen jetzt schon über 100 km drauf und ich schlussfolgerte, dass ich bald da sein müsste. Mein Vorrat an Wasser ging wieder mal zur neige und ich kam Gott sei Dank an einer Sportbar vorbei.

Es wird einfach nicht leichter

Ritualgebend machte ich meinen kleinen Einkauf und den ersten Schluck nahm ich dann auch gleich vor Ort. Weiter ging es – Padua noch 25 km, na das ist doch in Ordnung. Aber was ich jetzt schon herausgefunden habe, sind Städte und der „Biketrain“ in keinster Weise kompatibel. So war es dann auch. Ich hielt an, um meine klene Navigation neu zu Programmieren. Ich hatte noch die Hoffnung, dass ich vielleicht heute doch noch an mein Ziel gelangen sollte. Es ging los und ich fuhr quer durch die Stadt. Links, rechts und geradeaus und das ganze wiederholte sich ein dutzend mal. „Ohhhh maaaaan!“. Na ja, Ruhe bewahren und immer brav den Anweisungen folgen.

Als ich so hin und her bog, kam ich dann zu meinem Glück an einem Obstladen vorbei und ich musste Anhalten. Natürlich war heute an Nahrungsaufnahme nicht zu denken und das merkte ich auch langsam. Also kaufte ich mir zwei Nektarinen zu einem unvorstellbaren Preis von 0,20 € – super. Die waren sooooo lecker und als ich so dastand und mein Obst genoss sprach mich ein Italiener an und fragte, wo ich her kam und wo es hingehen soll. Ich erzählte ihm meine Geschichte und er mir seine. Auch sagte er mir, dass ich auf dem richtigen Weg sei. Es fiel mir ein Stein vom Herzen, als ich das aus seinem Munde hörte. Wir verabschiedeten und er wünschte mir noch eine gute Reise.

Abfahrt – der „Biketrain“ setzte sich wieder in Bewegung. Ich folgte den Anweisungen meiner Bekanntschaft und auch meines kleinen Garmins. Bis jetzt sah es gut aus – das sollte allerdings nicht von langer dauer sein. Es ging wieder hin und her, eine Kurve nach der anderen und wieder abbiegen – dann ein Schild auf dem Stand 8km bis Padova. „Man, bin ich wieder nur im Kreis gefahren?!“ Die Navigation kam an die Grenzen und sagte mir andauernd „Bitte wenden“. Super, wenn du schon ca. 140 km in den Beinen hast und das bei der Hitze, das macht echt Mut und Laune.

Das Mantra motiviert

„Hmmm ich bin halt auf Reisen“ und so fuhr ich weiter aber „wohin?“, das ist eine Frage, die ich mir da stellte. Es war mittlerweile schon ziemlich spät – so gegen 19:00 Uhr – und kein Ziel vor Augen. Also Ziel schon, aber wo und wie erreichbar? Da musste ich jetzt durch, Aufgeben war keine Option und so rollte ich weiter. Es war immer noch ziemlich heiß und mein Getränkevorrat war auch schon wieder erschöpft. Zum Glück, bei meiner ganzen Abbiegerei, kam ich mal wieder an einer Bar vorbei. Also bin ich abgestiegen und ging zum Kühlschrank um Wasser + Eistee für den Zuckerhaushalt zu holen. Passt. Beim Zahlen fragte ich doch sicherheitshalber nochmal nach dem Weg und die Antwort war sehr ernüchternd.

Also Venedig scheidet für heute wohl aus, denn das waren laut Angaben meiner Wegbeschreibungs-Partner*innen nochmals ca. 100 km. WHAT!!!! Ich konnte es nicht glauben – Ohhhh ne „Und jetzt?!“ dachte ich mir? Was machste? Ja ich hab ja Licht dabei und dann läuft die Sache schon irgendwie. Erstaunlich ist, wie auf einmal alle in der Bar einen totalen Ehrgeiz entwicklelten, mir auf die Spur oder auf den Weg zu helfen – echt wunderbar. Es wurden alle Register gezogen und Gäste sowie das nette Mädchen hinter der Bar überschlugen sich förmlich mir den passenden Weg zu Erklären.

Letzte Chance für eine Übernachtung?

Ich Stand nur da und beobachtete das Geschehen rund um mich. Cool – aber fahren muss ich wohl selber. Eine Stunde war vergangen und dann hatten wir für mich die beste Alternative gefunden: „Du fährst heute nur noch nach Sottomarina.“ Gesagt getan. Ich stattete meinen „Biketrain“ mit Licht aus und ab ging die erste Nachtfahrt. Schon ein wenig Abenteuerlich so in der Nacht ganz alleine und keine Ahnung wo es hinging – doch diesmal ließ mich meine Navigation nicht im Stich und ich fuhr meinem Ziel geradeaus entgegen. Super – es lief wie am Schnürchen und ich kam bei angenehmen 26 °C gut voran.

Das einzige was echt gruselig war, sind eine Menge Autos die mir andauernd entgegen kamen. Ich suchte mir schon immer einen Fluchtweg in einen Straßengraben aus, wenn mich doch einer mal Übersehen sollte. So ging die Nachtreise vorran. Ich kam gut voran denn nach gefühlten ein-einhalb Stunden hatte ich doch ernsthaft das Meer erreicht – Wow 70 km in der Nacht. Es dauerte bestimmt länger, dennoch fühlte es sich echt kurz an. Das Meer – ich habe es nun endlich erreicht, aber es war auch schon 01:00 Uhr in der Nacht. Tja – Campingplatz ist wahrscheinlich zum Einchecken zu spät oder auch zu früh – kann man so oder so betrachten.

Langsam find‘ der dag sei‘ end‘

Na gut – wenn ich eh schon on Tour bin, dann halt weiter nach Venedig. Oder auch nicht – die Straße war gesperrt. Es war kein Durchkommen – eine Nachtbaustelle verhinderte die Weiterfahrt. Was nun – ich hatte einfach keine Kraft mehr nach ca. 240 km in den Beinen durch die ganze Verfahrerei. Also wollte ich nur noch meinen Körper irgendwo Niederlegen und so fuhr ich in ein nahegelegendes Industriegebiet um da vielleicht eine Möglichkeit für ein bisschen Schlaf zu finden.

Eine Wiese direkt am Meer mit Aussicht auf die Baustelle brachte dann schließlich die Erlösung. Zuerst dachte ich ja, es gibt bestimmt noch eine Chance sich an der Baustelle vorbei zu mogeln, aber Fehlanzeige. Also machte ich die Nacht mit vielen Moskitos zu einer schlaflosen Nacht – Gute Nacht. Die Sonne ging auf – zum Glück

Torbole nach Verona – und schon wieder kam mir ein Engel zur Hilfe

Torbole nach Verona – und schon wieder kam mir ein Engel zur Hilfe

Ich muss noch einmal einen kleinen Rückblick zur Ankunft in Torbole verfassen. Es war super schön und die Leute voll herzlich. Mein erster Stopp galt dem örtlchen Supermarkt, wo ich mir eine Nektarine und zwei kleine Flaschen Birra Moretti kaufte – hab ich mir verdient – dachte ich mir jedenfalls. Als ich vor dem Laden stand, kam ein Norweger auf mich zu und erkundigte sich über meinen Hänger und so kamen wir von einem zum anderen und plauderten lustig vor uns hin, bis seine Frau mit einer Kiste Wein aus dem Geschäft kam und beide dann auch ihrer Wege gingen (mit E- Bikes – natürlich). Ich fragte mich „Warum so viel Wein?!“ und es war ganz einfach, hier ist alles tax-free. Na klar haben sie schon recht. Wir verabschiedeten uns ganz herzlich und für mich fing die Suche nach einem Nachtlager an.

Da ich sowohl als kleines Kind, als auch jetzt in meinem fortgeschrittenen Jugendalter, schon sehr oft mit meinen Eltern am Gardasee war, wusste ich, wo ich suchen musste. Aber zuvor brauchte ich erst mal eine kleine Stärkung. Also erst mal ab zu meinem kleinen Pizza-Büdchen – das war so lecker. Der Mann aus dem gegenüberliegenden Geschäft konnte nicht innehalten und fragte mich, wo ich her käme und wo es hin ginge – und so verquatschte ich mich auch hier ein wenig und musste ja noch ein Plätzchen für die Nacht finden. Nach einiger Zeit sattelte ich meinen Biketrain und wir verabschiedeten uns auch wieder auf eine sehr tolle Art. Ein bisschen was zum Trinken wollte ich auch noch, also die nächste Straße nach links in einen Gewürz- und Wein-Laden wo es richtig lustig wurde.

Der Endboss für jeden gestandenen Mann

Hinter dem Tresen stand eine echt Italienische Mama (kein Klischee). Sie hatte mich sofort in Ihr Herz geschlossen und wir plauderten auch diesmal lustig miteinander – aber nur Italienisch – echte Herausforderung aber hat, wie ich finde geklappt. Ich hatte immer noch keine Unterkunft – musste weiter und suchen. Der erste Platz der mir einfiel, hatte sich in der Zwischenzeit zu einer Hochburg von Neureichen Spießern entwickelt – „Neeeee da pass ich nicht rein“ – außerdem war er eh voll besetzt. Also weiter zur nächsten Station und diesmal hätte der Platz 40€ gekostet. Das war mir zu teuer und ich wollte weiter schauen. Im Camping al Porto in Torbole bin ich fündig geworden – so toll. Nett und echt einen fairen Preis – 24€ für die Nacht – und das direkt am Gardasee – einfach cool, aber Überzeugt euch selbst. Ja das war der kleine Rückblick.

Die nächsten beiden Etappen dann wohl an einem Stück?!

Heute hatte ich ja einiges vor mir und es war super heiß. 32°C und kein Lüftchen hat geweht. Latent immer wieder Bergauf aber ich bin ja auch schon kräftiger geworden und deshalb lief es ganz gut heute. Die 90 km radelte ich ganz gut dahin – bis ich nach Verona kam. Ab da steckte heute irgenwie der Wurm drin. Laut meiner App gab oder gibt es einen Campingplatz, aber mein Maps zeigt mir nur die Route an und kann mich aus unerfindlichen Gründen nicht mehr navigieren. „Toll“, dachte ich mir „und Nu …?!“ – Ich alleine mit meinem sauschweren Biketrain auf der Suche nach einem Schlafplatz in einer mega-großen Stadt. Erschöpft und das ganze bei tropischen Verhältnissen (gefühlte 35°C – „ju! … hu!“). Ich bin gefühlt fünfmal in alle Richtungen geradelt aber gebracht hat es nicht wirklich etwas.

Nun gut, wenn mich die Stadt nicht haben will, dann fahre ich halt gleich weiter nach Venedig – „Eeeeegal“. Also machte ich mich auf die Suche nach Schildern worauf „Venezia“ zu lesen war – aber keines kam daher, lediglich Schilder in Richtung Zentrum. Nun gut eine Chance bekommst du noch und ich fuhr ins Zentrum, in der Hoffnung ein Zimmer zu finden. Weit gefehlt und es wurde immer später. Meine letzte Hoffnung bestand darin, mir über Booking ein Zimmer zu schießen. Gesagt, getan und so war es dann auch von meinem Standort aus nur ca 3,5 km entfernt. „Passt nehm ich – Preis auch OK – ✓“.

Dann passt ja alles – oder etwa nicht?!

Nur was ich vergaß: meine Navigaton navigiert mich nicht. Also rein in eine Apotheke und nachgefragt. Der Apotheker war sehr bemüht mit mir den Weg rauszufinden und als alles einigermaßen geklärt war, fuhr ich ins Ungewisse. Als ich circa 600 Meter weit gefahren war tauchte plötzlich ein Engel auf: FABIO! Ich fragte ihn, ob ich auf dem richtigen Weg sei und er legte sich sofort ins Zeug – mapte selbst und kam zu dem Ergebnis, dass meine Unterkunft nur zwei Straßen von seiner Wohnung entfernt lag.

Somit war unsere Fahrgemeinschaft besiegelt – Wunderbar. Auch eine kleine Stadtführung bekam ich gleich noch und wenn ich mal wieder in Verona sein sollte kenne ich mich schon ein wenig besser aus – Parks, Pizzerien und Museen – toll. Fabian setzte mich bei meiner Unterkunft ab und wir drückten uns und wünschten einander alles Gute. Hier stand ich nun – UND KEINER WAR DA! na Toll. Leichte Panik kam auf. Doch auf einmal kam ein Mann um die Ecke und forderte eine junge Frau – die dort auch schon eine Weile wartete – auf, mit ins Büro zu kommen. Ich schloß mich einfach an.

Und wieder komme ich mit meinem bairisch nicht weiter

Aber – wie sollte es anders sein, er war nicht für mich zuständig und verständigen konnten wir uns auch nicht. Auf einmal hatte ich sein Telefon in der Hand und eine Frau war dran – Anscheinend die Frau von Matteo, dem der ganze Laden hier gehört. Sie konnte zum Glück englisch und wir konnten in kurzer Zeit klären, was läuft. Keine Minute später stand auch schon Matteo vor mir und ich konnte doch noch mein kleines Reich öffnen. Juhu ich habs Geschafft – eine Unterkunft für heute Nacht.

Von Innsbruck nach Torbole am Lago di Garda

Von Innsbruck nach Torbole am Lago di Garda

Ich war einen Tag länger in Innsbruck, um meinem geschundenen Körperchen eine Pause zu gönnen. Es waren echt harte Kilometer, die ich zurück legen musste, wodurch der verlängerte Aufenthalt eine willkommene Pause darstellte. Ich habe eigentlich nur geschlafen und bin nur aufgewacht, um den Regentropfen zu lauschen die unaufhörlich niedergeprasselt sind. Echt wild auf was für eine Probe meine kleine Zeltbehausung da gestellt wurde. Als es aber so langsam Abend wurde, hat sich ein total schönes Bild ergeben, was eine kleine Entschädigung für den verregneten Tag war.

Ob ich den Naturgewalten entkommen kann?

Ja so schön es auch sein mag aber der Regen geht auch ganz schön aufs Gemüt und deswegen war es Zeit über die Weiterreise nachzudenken. Die Nacht wurde nass – eine Gewitterzelle nach der anderen zog über mich hinweg, aber ich bieb einigermaßen trocken. A bisserl klamm war es zwar schon aber OK – ich hatte genug ausgeruht.

Am nächsten Morgen war das Wetter in Österreich immer noch nicht besser. Also erst einmal warm duschen (warm showers – die community für Abenteurer – hab ich bei meiner letzten Reise gelernt). Die hat echt gut getan und ich konnte die Kälte der vergangenen Nacht los werden. Als ich aus der Dusche heraus kam – man kennt’s – regnete es schon wieder. Aber hilft ja nichts – es muss weiter gehen. Ich habe alle Sachen unter ein Vordach gezogen um einigermaßen trocken packen zu können, was garnicht so einfach ist, wenn man noch nicht so routiniert ist. Und das nach drei oder vielleicht auch vier Tagen – egal ich bin auf Reisen und habe schon kein Zeitgefühl mehr.

Gut geplant ist halb gewonnen

Beim Packen habe ich mal wieder ein wenig was zurück gelassen. Meinen Kulturbeutel habe ich aufgegeben, da er mit so vielen Unsinnigkeiten bestückt war, die ich dann auf ein Minimum reduziert habe. Auch der Beutel wurde ein Opfer der Einsparungsmaßnahme. Es war zwar nicht viel, aber immerhin etwas. Als ich meinen Hänger Reisefertig hatte, ging es dann durch strömenden Regen nach Innsbruck zum Hauptbahnhof, da ich mich für eine „Hybridreisenetappe“ entschossen hatte.

Es war eine gute Entscheidung, die ich auch im Nachhinein nicht bereue. Also fuhr ich mit dem Zug von Innsbruck bis nach Rovereto und es hat die ganze Zeit über geregnet. Ich saß in einem Abteil und sah mir das ganze von Drinnen an.

Eine hektische Ankunft

So verging die Zeit im Regenkino und dann kam auch schon meine Station – Rovereto – aussteigen – Stress – Hektik – mein super schwerer Hänger musste aus dem Zug! Und das Rad nicht vergessen! Der Zug hatte bei der Abfart schon Verspätung und deshalb hatten wir nur einen ganz kurzen Moment für den Stop. Die Zugbegleiter waren aber total nett und halfen mir beim Ausladen. Geschafft – ich war in Rovereto.

Ich kam aus dem Bahnhof raus und habe erstmal meine Klamotten gewechselt. Man mochte es kaum glauben, aber wir hatten hier wieder gefühlt 30 Grad und mehr. Nicht mehr overdressed begab ich mich mit meinem „Biketrain“ dann auf den weg nach Riva del Garda. Der Anfang war gut, es war viel Verkehr, aber das bin ich ja schon gewohnt.

Und schon wieder auf Abwegen

So fuhr ich immer den Schildern hinterher und wie sollte es auch anders sein – ich kam zu Straßen, die ich nicht befahren durfte, obwohl es immer nach Riva del Garda ging. Tja Mist … egal, ich bleibe jetzt einfach auf der Schnellstraße in der Hoffnung, dass es nicht in einer Autobahn enden würde – Maut wollte ich nämlich keine zahlen. Zum Glück konnte ich die Ausfahrt nach Mori nehmen, was so einigermaßen die gleiche Richtung war – sollte schon so passen. Hauptsache weg von der Schnellstraße.

In Mori angekommen hat dann auch schlagartig die Beschilderung aufgehört und ich wusste nicht so recht wo es lang ging. Als ich an einem Baugeschäft vorbei fuhr, hielt ich an um nach dem Weg zu fragen und es war ein sehr erheiterndes Weg-Erklärungs-Gespräch: italienisch, Englisch, ein wenig Deutsch sowie Hände und Füße – Google Maps kam natürlich auch zum Einsatz. Alles war wunderbar.

Es gibt keine Umwege, nur maximal ausgereizte Wege

Jetzt kannte ich den Weg zumindest so einigermaßen und wir verabschiedeten uns sehr herzlich. Mir wurde noch eine sichere und gute Reise gewünscht. Toll, das hat mal wieder sehr gut getan. So beflügelt ging es weiter – die Beschreibung, auch wenn sie auf Italienisch war, passte und ich hatte den richtigen Weg eingeschlagen.

Das Ziel „Torbole“ war schon ganz nah. Diesmal war der Weg ausreichend Beschildert und auch vom Belag her sehr gut und so kam ich auch recht zügig an meinem Etappenziel an. Die Belohnung war eine Zieleinfahrt vollgas den Berg hinunter.

Die erste Nacht auf meiner Zeltsänfte

Die erste Nacht auf meiner Zeltsänfte

Also die Sache mit der Pritsche, außer dass sie super schwer war, fand ich eine tolle Idee – bis jetzt. Die Nacht war durchwachsen. Ich hatte schmerzen in den Knien, war super fertig und dann hatte ich auch noch kleinere Magenprobleme. Abseits davon ist alles super. Ich hatte ja noch einiges vor mir und das mit dem Gewicht … „vergiss es“ dachte ich mir – da musste was weg.

10 Kilo weniger an einem Tag

Die einzige Möglichkeit bestand darin, dass ich mich von meiner „königlichen Sänfte“ befreien muste. Also fragte ich Andrea, ob ich das Ding hier bei ihr lassen kann und es nach meiner Reise natürlich mit dem Auto wieder abholen kann. Sie erwiderte: „Geht klar“ und „überhaupt kein Problem“, das ist mal serviceorientiert. „Juhu“ dachte ich mir – 10 kg leichter – passt. Mein Hänger ist immer noch verdammt schwer, aber zumindest ist es nicht mehr so schwierig mit ihm zu fahren. Das ist nämlich schon eine ganz schöne Umstellung, wenn man auf einmal ca. 30 kg oder mehr hinten am Rad hängen hat.

Es ging also mit ein bischen reduzierterem Gepäck weiter aber die freude darüber hielt nicht lange an, denn nun kam der Anstieg nach Seefeld und der hatte es in sich. Wieder einmal 10 heiße, sich unendlich schlängelnde asphaltierte Kilometer – es wollte einfach nicht aufhören und ich merkte, wie meine Seele meinen Körper verließ und die Körner zu Ende gingen. Dabei war der Summit noch in weiter ferne. Dann halt nur noch mit dem Kopf fahren und alles Andere ausblenden.

Unerwartete Ausfälle am Ende des Anstiegs

Am Ende war es doch soweit – geschafft – die Ortseinfahrt Seefeld war erreicht. Ein Autofahrer, der am Parkplatz vor dem Ortseingang wahrscheinlich aufgrund eines heiß gelaufenen Autos in seinen offenen Motoraum schaute, winkte mir zu und zollte mir seinen Respekt. Ja das fühlt sich gut an und gibt gleich einen Motivationsschub. Jetzt ging es mal kurz wieder bergab, so in den Ort hinein.

Ich habe die ganze Zeit nicht erwähnt, dass ich nach den vielen Anstiegen auch mal Abfahren konnte – weil es einfach keine gab. Nun also weiter auf der Abfahrt Richtung Ortsmitte von Seefeld. Als ich um eine Kurve fuhr und ich auf einen M-KAUF zusteuerte, musste ich anhalten, um eine kleine Pause zu machen. Ich brauchte unbedingt Zucker. Gesagt, getan und rein in den Laden. Eine Leberkäs-Semmel und ein Cola sollten es sein, um meinen Tank wieder ein wenig aufzuladen.

Eine halsbrecherische Abfahrt

Irgendwie ging es mir an diesem Nachmittag nicht so gut. Ich hatte das Gefühl der absoluten Erschöpfung, aber es half einfach nichts, ich musste weiter. Der Weg, wie sollte es anders sein, ging weiter Bergauf nach Mösern. Als ich dort ankam, konnte ich das erste mal auf meiner Reise eine richtige Abfahrt genießen. Na ja mit dem Hänger hinten dran ist Vorsicht angebracht, denn wenn der abhebt, liegt man ganz schnell im Graben.

Anstatt mit 80 km/h ging es dann „nur“ mit 50km/h den Berg runter und das war auch ziemlich tückisch. Unten in Telfs angekommen, musste ich jetzt noch geschlagene 18 km bis Innsbruck fahren, die sich ganz schön gezogen haben – Ich brauch ne Pause.

Der Tag der Abreise

Der Tag der Abreise

Mein Hänger ist gepackt und sieht schon ziemlich mächtig aus – so wie er da in meinem kleinen „Königreich“ vor mir steht – aber gut, wird schon. Eben habe ich ihn noch mal angehoben um das Gewicht zu kontrollieren. Natürlich Ist er ziemlich schwer. Ich mach mir jetzt einfach keine Gedanken und trage alle Sachen in den Hof. Als das alles geschafft ist, koppel ich alles zusammen. Der Hänger passt echt irre gut ans Fahrrad. Ich hatte mir im Vorfeld noch auf meinem Garmin Edge Explore 2 („meine Navigation“) die Route errechnen lassen und hoffe, diesmal richtig aus München heraus zu finden.

Scheitert es schon an der ersten Aufgabe?

Eigentlich total blöd wenn man sich aus der eigenen Stadt navigieren lässt aber das gehört einfach auch dazu. Also Navi an und schon lotst es mich falsch aus meiner Hofeinfahrt. Ich schaue nicht drauf und folge einfach dem Weg nach Wolfratshausen. So hab ich es gemacht. Die ersten Kilometer laufen gut. Es scheint die Sonne und mein kleiner „Biketrain“ rollt so dahin, alles fein. Mir geht es gut aber auch kein wunder – ich sitze gerade mal 5 km im Sattel.

Weiter geht es an der Isar und alles ist mir noch vertraut. Vorbei am Zoo und dann kam auf einmal ein Schild auf dem Stand Wolfratshausen – hier geht es dann mal so gefühlte 18% den Berg hinauf – nicht lange aber schon einmal die erste Kraftprobe für mich und den „Biketrain“. Fahren ist an dieser Stelle nicht mehr möglich gewesen und ich musste schieben. Während ich schnaufender weise den Anstieg hinter mich brachte, dachte ich über die bevorstehenden Anstiege der Alpen nach: „Hmmmm ist das wohl doch nicht so eine gute Idee? Was solls jetzt bist du Unterwegs und die Reise beginnt“.

Es geht mal wieder Bergauf

Noch immer bin ich in München – allerdings schon in Grünwald. Es geht immer leicht Bergauf was sich auch in meiner Trittfrequenz bemerkbar macht, also schalte ich lieber mal nen Gang runter – besser ist das. Ich fahre ja kein Rennen sondern bin auf Reisen. Wie oft werde ich mir diesen Satz noch vorsagen – Ihr werdet es lesen.

Ich fuhr so vor mich hin und es wurde schnell ziemlich warm – um nicht zu sagen echt heiß. Die Sonne gab alles, um es echt anstrengend werden zu lassen und die Steigung tat den Rest. Dennoch kam ich den Bergen immer näher und das war auch gut für meine Psyche. Der Herzogstand lag vor mir und sogleich stellten sich bedenken über den Anstieg ein – man kennt’s Kesselberg, 9 km lang, kurvig und mega viele Motorräder die es mir nicht leichter machten. Da muss ich wohl rauf.

Eine kleine Belohnung für die ersten Strapazen

Nach einer echt schmerzhaften ersten Erfahrung hatte ich es aber dann Geschafft und bin gut oben am Walchensee angekommen. Es folgt eine kleine Rast an einem Kiosk bei der Herzogstandbahn. Dort gönnte ich mir ein Eis, eine Zitronenlimo und das ganze rundete ich mit einem Liter Blubberwasser für meine Trinkflaschen ab. Es ging bei ca. 30 Grad und herrlichem Sonnenschein weiter. Immer am Seeufer vom Walchensee entlang. Noch war die Straße moderat, was die Steigung anging, aber das sollte sich sogleich auch wieder ändern. Als die letzte Ortschaft hinter mir lag, brach es mit voller Wucht auf mich ein.

Zur Abwechslung geht es mal wieder aufwärts

Die Straße zog sich erbarmungslos den Berg hinauf – ich sah den See schon garnicht mehr, so hoch war ich (kleine Übertreibung aber es fühlte sich echt so an). Ich ließ also auch den Walchensee hinter mir und konzentrierte mich auf die Schilder auf denen „Innsbruck“ zu lesen war. „Juhu“ dachte ich mir, ich bin schon so weit, dass es schon Ausgeschildert war – also mit Schwung und Elan weiter richtung Süden – ab in den Urlaub. Die Steigungen wollten jedoch einfach nicht enden und es war mega heiß. Als ich an einem kleinen Bachlauf vorbeifuhr gönnte ich meinen Füßen mal eine wohltuende Erfrischung.

Wer rastet, der rostet?

Ich wollte garnicht mehr aus dem Bach steigen, aber ich hatte ja noch ein paar Kilometer zu fahren. Rauf auf meine „Biketrain“ und Abfahrt. Die Landschaft, durch die ich gefahren bin, ist einfach großartig. Mitten durch Berge die sich links und rechts von mir erheben. Dazu Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Da kann man mal ganz schnell die Strapazen und Schmerzen vergessen – aber nur beinahe.

Es waren jetzt noch etwa 50 km bis Innsbruck zu fahren. „Gut in der Zeit“ war ich auch noch – klar läuft schon – dachte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn. Die Strecke zog sich hin und ich merkte wie mich langsam aber sicher meine Kräfte verließen. Immer wieder musste ich eine Pause machen weil es nicht mehr ging.

Die überraschende Wendung

Gott sei Dank kam ich endlich nach Mittenwald und als ich die Ortschaft durchquert hatte, und wieder auf der Straße unterwegs war, überholte mich ein Radfahrer, grüßte mich und fuhr einige wenige Meter vor mir rechts in einen Campingplatz ein – „ein Zeichen“ dachte ich mir und folgte Ihm. Das war eine sehr gute Entscheidung. Als ich die Rezeption betrat wurde ich sehr herzlich von Andrea in Empfang genommen. Sehr schön, hier bleibe ich.

Der Campingplatz „Naturpark am Isarhorn“ (#Werbung: https://www.camping-isarhorn.de/home.html) ist echt weiter zu Empfehlen. Sehr liebes Personal, die Anlage super schön und man kann sich hinstellen, wo es einem gefällt – toll. Auch die Preise sind moderat: Zelt, „Biketrain“ und Ich für 20€ die Nacht. Ich fühlte mich wohl und war glücklich, dass ich mich nach so einem Tag endlich ausruhen konnte.

Es geht wieder los – die Packliste

Es geht wieder los – die Packliste

So bevor meine Reise durch Klein-Europa beginnt, will ich euch meine Packliste mitteilen – wenn Ihr das nachmachen wollt. Es ist aber auch besonders hilfreich für mich. Los geht’s:

Health & Beauty

Ich packe meinen Hänger und beginne mit dieses mal mit meinem Kulturbeutel und einem Handtuch (schnell trocknend). Weiter geht es mit dem Sonnenschutz (ich bevorzuge Lichtschutzfaktor 50+) vielleicht auch in einer praktischen Sprühflasche. Außerdem ein Sonnenhut, der auch praktisch ist, wenn es Regnet. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Reiseapotheke – diese sollte folgendes unbedingt mitführen: Schmerzmittel, auch in Salbenform, Magnesium und natürlich alles, was man so für die kleinen Wehwehchen untrewegs benötigt. Das sollte jedem selbst überlassen sein – es gibt auch vorgepackte Erste-Hilfe-Sets zu kaufen.

Das passende Rüstzeug

Als nächster Punkt stehen die Klamotten auf der Liste. Es soll möglichst leicht sein, daher kommen bei mir zwei Unterhosen ins Gepäck, dann zwei T-Shirts, ein Longsleeve, ein Hoody (wenn es kalt wird – und das wird es in den Alpen immer sein). Weiterhin nehme ich auch meine ZIP-ZAP-Hose mit – die ist leicht und ich kann zwischen lang und kurz wählen. Für die Erholung am Strand werden Badeshorts und Badeschuhe mitgenommen. Ach ja ein Paar Sneakers kommen auch noch mit – für alltägliche Fußwege.

Technisches Equipment

Zum Kochen brauche ich natürlich meinen Kocher und leichts Kochgeschirr – ein kleines Besteck darf natürlich auch nicht fehlen. Für den Abwasch werde ich noch einen Schwamm mitnehmen. Für das Rad ist folgende Ausrüstung angedacht: Ersatzschläuche, eine Pumpe und Flickzeug. Außerdem Ketten-Öl, denn falls es Regnet kann die Kette sehr schnell Trocken laufen und dann könnte es auch zu einem fatalen Kettenriss kommen, deshalb ist Vorsicht besser als Nachsicht.

Tag 13 – Abreise und Heimkehr

Tag 13 – Abreise und Heimkehr

Die nacht war ziemlich kurz, weil mich die bevorstehende Abreise nicht wirkllich zur Ruhe kommen hat lassen. Fragen wie „wie lange brauche ich von Camping Adria nach Triest?“ oder „Ist es bergig und windig?“ (am Meer hat es ja immer eine kleine Brise), „Wie lange brauche ich wirklich zu meinem Ziel?“ – ich habe ja auch einen Termin einzuhalten weil der Zug nicht auf mich wartet. Meine Abfahrt von Triest war um 13:16 Uhr nach Venedig. Ja also mein Wecker klingelte um 6:30 Uhr. Ich hatte über die Tage schon eine gewisse Routine beim Abbau meines Zelt und Verschnüren des Gepäcks auf mein Rad entwickelt. Circa eine Stunde musste ich einplanen und das klappte auch wunderbar. Ich war mit allem um 7:00 Uhr zur Abfahrt bereit. Noch schnell zur Rezeption, meine „Duschuhr“ und die Zeltmarke abgegeben, mir zur Sicherheit von Rebecca den Weg erklären lassen und dann „Abflug“.

Das Wetter war herrlich, die Sonne schien und ich war guter Dinge meine Timeline einhalten zu können. Der Weg führte mich von Ankaran Richtung Italien – Stand auf einem Schild. Dem folgte ich. Es ging ein wenig bergauf aber das war ich ja schon gewohnt und es machte mir nichts mehr aus – alles Gut. Die Straße auf, der ich mich befand, ging immer am Meer entlang und es war eine tolle Fahrt. Außerdem bekam ich jetzt auch noch einen Schubs, da es wieder runter ging. Einfach super. Ich sauste so dahin und näherte mich immer mehr der Italienischen Grenze. Die Beschilderung war ausgezeichnet, sodass ich mich nicht verfahren konnte. Perfekt!

Müheloser Grenzübertritt, aber wo ist der Bahnhof?

Eine Kurve noch, dann sah ich auch schon das Grenzhäuschen – ab durch die Mitte und ich war in Italien. Das vierte Land war somit erreicht. So weiter nach Triest. Auf dem nächsten Schild stand, dass es auch nur noch 12 km waren. Ein kurzer Blick auf meine Uhr, es war 8:30 Uhr und ich konnte einen Gang runterschalten und etwas vom Gas gehen. Es ging durch typisch italenische Küstenstädtchen. Es war ja noch ziemlich früh am Tag und nicht viel los. Einige wenige Leute waren bepackt mit Badetaschen auf dem Weg zum Meer, andere wiederum standen noch etwas verschlafen in den Eingängen ihrer Häuser und beobachteten die Vorbeikommenden – unter anderem mich. Fünf Kilometer noch bis Triest – läuft. Nach kurzer Zeit hatte ich dann auch schon Triest erreicht und jetzt die nächste Frage: „Wo geht’s jetzt zum Bahnhof?“

Kein Schild weit und breit, aber ein Zeichen zum Zentrum. „Ist immer gut“, dachte ich mir dann fahre ich mal dort hin. Triest ist shon ziemlich groß und es dauerte natürlich auch wieder eine gewisse Zeit bis ich den Weg zum Bahnhof gefunden hatte, aber letztendlich habe ich mich dann doch durch die Häuserschluchten zum Bahnhof durchgehangelt, natürlich hat mir Maps ein wenig Unterstützung dabei gegeben. 10:00 Uhr – Ziel erreicht.

Vor dem Bahnhof habe ich dann noch einen kurzen Klamottenwechsel vorgenommen. Erst nochmal zum Servicecenter um wegen der Karte für mein Fahrrad nachzufragen. War eine gute Entscheidung, da mein Rad bei meinem Ticket nicht inbegriffen war. Ich musste nochmal 3,50€ Zahlen, somit hatte ich meine Unterlagen zusammen und die Fahrt mit der Bahn konnte es losgehen. Sind ja nur noch 3 Stunden, aber in der Situation ist es besser früher da zu sein, als dem Zug mit dem Rad hinterher zu sausen :).

Eine abenteuerliche Zugfahrt

Ich checkte meinen Bahnsteig aus und setzte mich dort nun auf eine Bank und wartete die Abfahrt meines Zuges ab. Zum Glück musste ich nochmal einem biologischen Bedürfnis nachkommen und suchte das Örtchen auf. Gefunden – alles klar. Auf dem Rückweg zu meinem Bahnsteig kam ich an der Abfahrtsanzeigetafel vorbei und dort stand auf einmal ein anderer Bahnsteig für meinem Zug drauf – also Standort wechseln – Wow ist ja mega Aufregend. Zum Glück bin ich nochmal an der Anzeigetafel vorbei gekommen, sonst hätte ich doch mit dem Rad nach Hause fahren können.

Als der Zug kam, bin ich eingestiegen und habe mein Fahrrad abgestellt. Sitzen und genießen. Die erste Hürde war geschafft und es ging Richtung Venedig. Jetzt hatte ich mal 3 Stunden Pause. Die Zeit verging ziemlich schnell und der Zug fuhr den Bahnhof Venezia Mestre an. Was ich nicht auf dem Schirm hatte: dies war der Bahnhof an dem ich Umsteigen hätte sollen. Ich war der festen Meinung mein Bahnhof wäre Venezia. Alle stiegen aus, nur ich natürlich nicht – FEHLER. Jetzt wurde mir tatsächlich ein wenig warm und ein kurzer Anflug von Verzweiflung machte sich breit. Mist, jetzt bin ich in Venedig gestrandet und muss nochmal ein Ticket lösen nur weil ich es verballert habe. Ich und Bahn fahren – zwei Welten prallen aufeinander.

Ein Schaffner eilte in diesem Moment durch das Abteil an mir vorbei und den schnappte ich mir und erzählte ihm von meinem dilemma. „Don’t worry“ beruhigte er mich. Mein Zug EC1280 nach München fuhr auch von Venedig, nur ein wenig früher, aber das sollte ich schaffen. Nochmalig verabschiedete er sich mit einem „Don’t worry“ und lief weiter durch das Abteil. Na gut dann soll das klappen, wenn der Schaffner das sagt.

Banges Warten kurz vor dem Ziel

Auf einmal hielt der Zug auf freier Strecke und die Zeit lief mir davon. Das war’s wohl. Hmmmmmm ich lief nervös im Abteil auf und ab und hoffte nur, dass der Zug sich bald wieder in Bewegung setzen würde.

Und dann war es doch so weit – Venedig war erreicht, aber meine Umsteigezeit hatte sich von Normal 40 auf 10 Minuten reduziert. Raus aus dem Zug, rauf auf mein Rad und an der Bahnsteigkante in die Ankunftshalle gesaust, Anzeigetafel gecheckt, meinen Zug gefunden und auch sofort mein Gleis. Alles gut gegangen. Das „schwerste Fahrrad“ der Welt in den Wagon gewuchtet und als ich auf einem Platz saß, setzte sich der Zug sogleich auch in Bewegung – Ufffff das war knapp. Eine lange Fahrt von 8 Stunden fing somit an. Die Strecke, für die ich eine reine Fahrzeit von 8 Tagen gebraucht hatte, ist mit dem Zug an einem Tag zu schaffen. Wir fuhren über Verona am Gardasee vorbei – den Brennerpass nach oben bis nach Innsbruck. Von da aus nach Wörgl und über Rosenheim dann nach München. Halb Elf in der Nacht hatte ich es dann geschafft-München hatte mich wieder. Bei Martin bekam ich dann noch die wahrscheinlich beste selbstgemachte Pizza und natürlich ein lecker kaltes Bier. Eine wundervolle Reise hat somit ein Ende gefunden. Es war der Wahnsinn.

Tag 12 – am Camping Adria in Ankaran

Tag 12 – am Camping Adria in Ankaran

Heute ist Entspannng pur angesagt. Ich habe bis um 8:00 Uhr geschlafen und checkte nochmals für eine Nacht ein. Dabei bedankte ich mich bei der Rezeptionistin Rebecca für die Informationen, auch wenn sie in meinm Fall nicht wirklich von Nutzen waren. Außerdem erzählte ihr von dem Plan, über Triest nach Hause zu fahren, was sie auch für sinnvoll erachtete. Das scheint eine gute Entscheidung zu sein, auch weil die Bahn in Italien viel zuverlässiger ist und vor allem ist es nicht so komliziert, als wenn der Weg durch Slowenien führt.

Ich habe mir also über die App Trainline ein Ticket besorgt – so von Triest nach Venedig und weiter nach München. Leider konnte ich nicht feststellen ob da auch mein Rad inkludiert ist. Das macht mir aber garnichts, denn ich werde es Morgen bestimmt bei einem Schalter am Bahnhof gesagt bekommen. Zumindest habe ich jetzt mal die ganze Orga hinter mich gebracht und jetzt genieße ich noch die Zeit auf meiner Parzelle.

Haus oder Zelt? – EGAL

Eine Frau, die an meiner Behausung vorbei kam und mich freundlich grüßte, machte kurz entschlossen noch mal kehrt und sprach mich an. Ob ich mit dem Rad hierher gekommen sei, wollte sie wissen, was ich bejahte. Respekt – Wir sprachen ein wenig miteinander und kamen dann auch auf den Campingplatz zu sprechen. Ist schon sehr teuer meinte ich so nebenbei. Sie meinte, das hier für die jeweilige Parzelle der Preis festgelegt wird und das wäre auf meiner Seite 30€ für den „Grund“ und für mich 16€ und somit setzt sich das zusammen. Ich hätte auch ein „Haus“ draufstellen können, das hätte am Preis nichts verändert – soviel dazu. Außerdem sei man ja auch direkt am Meer – verstehe. Alles gut.

Ein Tag am Meer ist fantastisch. Das Wasser ist herrlich und die Sonne scheint. Genauso habe ich es mir vorgestellt. Da ich ja Morgen nach Italien fahren werde kann ich, obwohl mein momentaner Standort Slowenien ist doch ganz klar das Gefühl mit „Dolce Vita“ beschreiben. Es ist schwer Zeilen zu schreiben wenn man den ganzen Tag einfach nichts gemacht hat. Nun so ganz stimmt das ja auch nicht.

Yes we CAMP

Ich habe mir ein paar Sachen in meinem Mini Markt gekauft, zu später Stunde mein „morgentliches Ritual“ zelebriert – ist immer schön, und meine elektrischen Geräte via Sonnenenergie aufgeladen und und und ….:) A bissl was hatte ich immer zu tun und von meinem „Grundstück“ aus konnte ich alle immer bei ihrem tun und machen bebachten. Morgen in der früh geht es dann Richtung Triest zum Zug. Bis hierher war es eine wundervolle Reise mit einer Prise von Abenteuer – macht lust auf „Meer“.

Tag 11 – von Divača nach Koper

Tag 11 – von Divača nach Koper

Ich verabschiedete mich wieder recht herzlich – zahlte und holte mein Rad das ich über Nacht in der Garage abstellen durfte. Heute hatte ich ja nicht mehr so weit. Nur noch 36 km bis nach Koper ans Meer. Hier wird wohl meine Reise ein Ende finden . Dort ist das Meer und ich habe mein Surfbrett nicht dabei. Das wäre eine Idee für den nächsten Trip, dann könnte ich das noch erweitern – mal überlegen.

Nachdem ich wieder zu Kräften kam, weil ich das erste mal ein richtiges Frühstück vom Hotel genießen konnte, begab ich mich voller Elan auf meine letzten Kilometer. Das Wetter war schön und ich hatte Sonnenschein und das nicht zu Knapp. Der Stern brannte auf mich nieder, aber Gott sei Dank war ich früh unterwegs und dann war es noch halbwegs erträglich. Zu Anfang gab es wider erwarten eine Steigung und Gegenwind, aber das steckte ich jetzt eigentlich ganz gut weg.

Belohnung für harte Arbeit

Ich fand gleich wieder in meinen Rythmus und erklomm ziemlich schnell auch den Peak. Geschafft – jetzt geht es wieder runter und diesmal wurde ich richtig belohnt. Es ging doch tatsächlich den ganzen Weg, bis auf ein paar unwesentliche Steigungen, nur bergab. Das auch noch ganz ordentlich, im Durchschnitt immer um die 7%. AWESOME 🙂 Ich genoss den Wind, der mir aufgrund meiner immer schneller werdenden Fahrt, durch den Helm pfiff und die gleichzeitige mediterrane Wärme – einfach super. Es fiel mir eine riesen Last ab und ich konnte mich nicht mehr halten und musste lachen und laut schreien. Die ganzen Strapatzen der letzten Etappen – ein wundervolles Gefühl.

So beflügelt sauste ich weiter Richtung Koper. Es ging super schnell und die Kilometer schmolzen wie Butter in der Sonne und ehe ich mich versah, war ich auch schon am Ziel angekommen. Koper war erreicht und ich sah das Meer – wow. Was ein toller Anblick.

Rückreise auch wieder radeln?!

Einen Gang runter schalten, ein kurzer Blick auf die Uhr verriet, dass es erst halb zwölf Mittags war. Ab zum Hafen, wo ich mir in einem Bistro einen Toast und ein Radler habe schmecken lassen. Ich genoss die Sonne obwohl sich auch gleich die nächste frage stellte: „Ziel erreicht, wie komme ich wieder nach Hause?“

Aber eins nach dem anderen, zuerst mal schauen wo ich die heutige Nacht verbringen kann. Ich fragte meine Kellnerin und die sagte mir, dass es in Koper keine Möglichkeit zum Campen gäbe aber einen Ort weiter. Also weiter nach Ankaran wo ich jetzt auch noch bin – sehr schöner Platz aber echt nicht unbedingt low budget – sozusagen „sauteuer“ und das nur für ein Zelt.

Was soll’s, ist Urlaub also checkte ich ein und fragte auch gleich nach einer Verbindung mit dem Zug nach Hause. Es kamen die wildesten Sachen dabei raus, so z.B. via Flix Bus aber nur wenn mein Rad weniger als 20 kg wiegen würde. Ich zeigte kurz auf mein Fahrrad und die Rezeptionistin und ich fingen an zu lachen.

OK – die Option ist gestrichen aber sie sagte mir zu, dass sie weitere Recherche bis Morgen machen würde. Ich schluckte die „bittere Pille“, suchte mir einen Platz und setzte mich einfach mal hin. Mein Lieber Support aus München gab mir unterdessen weitere Möglichkeiten, wie ich von hier aus wieder nach Hause kommen könnte. An dieser Stelle ein herzliches Danke!!! Ja so werde ich jetzt noch eine Nacht auf meinem Luxuriösen Campingplatz bleiben und dann am Sonntag nach Italien (Triest) fahren und von dort aus den Zug über Venedig nach München nehmen. Noch sitze ich mit dem schwersten Fahrrad der Welt in Slowenien am Meer – bin mal gespannt wie es weiter geht.

Tag 9 und 10 – von Trenta nach Nova Goricia und weiter nach Divača

Tag 9 und 10 – von Trenta nach Nova Goricia und weiter nach Divača

Mein Tag startete ganz gut, auch wenn es in der Früh wieder ein wenig zu Regnen begann, wenn auch nur ganz kurz. Danach kam auch gleich wieder die Sonne über den Berg und trocknete Alles ab. Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, spielt die Wettergeschichte eine primäre Rolle – glaubt mir das. Deswegen gehe ich darauf auch immer wieder gerne ein.

Ich packte, wie jeden Tag, mein Zeug zusammen und verschnürte es auf meinem Fahrrad. Jetzt ging es nur noch schön Bergab, deswegen hatte ich ja keine Eile und genoss noch einen Milchkaffee, zahlte und setzte mich in Bewegung grob Richtung Koper. Die Bergabfahrts-Euphorie hielt diesmal eine ganze Weile an und ich ließ es durch das wunderschöne Soca-Tal rollen.

Entspannung nach anstrengenden Bergetappen

Es ging über Bovec, weiter nach Kobarid durch Tolmin bis nach Nova Goricia. Heute wollte ich mal ein paar Kilometer machen und die Abfahrt half mir sehr dabei. Nach den letzten anstrengenden Tagen mit vielen Steigungen und Höhenmetern war das eine echte Wohltat. Bis Tolmin war auch alles super aber dann ging es wieder in die Ebene und ich hatte starken Gegenwind.

Außerdem bewege ich mich ja mit jedem Kilometer näher Richtung Süden und das merkt man deutlich an der Hitze. Aber ich will mich nicht beschweren, schließlich bin ich ja eine ganze Zeit duch den Regen gefahren – also mit Schwitzen geht alles klar. Nach einer gewissen Zeit der Monotonie (immer auf der Straße; Autos um mich rum) reicht es dann auch mal wieder. Maps angeschmissen und geschaut wie lange der Irrsinn noch anhalten mochte. Zum Gück waren es nur noch ca. 12 km bis Nova Goricia.

Ein Engel zur rechten Zeit

Dann nochmal kräftig reintreten – läuft. Ich war schneller als erwartet angekommen und so im Flow, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, dass ich eigentlich schon angekommen war. An einer Kreuzung, bei der ich durch eine rote Ampel ausgebremst worden bin, fragte ich doch lieber mal einen Passanten, der auch mit dem Rad an der Ampel stand, wo ich mich denn befinden würde. Er sagte, dass wir in Nova Goricia sind. Wow, so schnell und weit bin ich heute gekommen – läuft. Die weitere Fage – natürlich nach einem Campinplatz. Er erklärte mir den Weg, wir verabschiedeten uns und fuhren los. Doch nach wenigen Metern hielt er nochmal an und meinte, er würde mich bis zu Camping lotsen. Wie nett von ihm – sensationell. Wir beide fuhren dann durch die Stadt und das eine ganze Weile, da der Übernachtungsplatz ein wenig außerhalb lag.

Während der Fahrt erzählten wir über dies und das – er fragte wo ich herkommen würde – „Aus München und das mit dem Rad“ – „RESPEKT!!!“ Nun endlich hatten wir unser Ziel erreicht und damit noch nicht genug, er ging auch noch zur Anmeldung und klärte alles. Wie schon gesagt – ein echter Engel. Somit verabschiedeten wir uns und ich schlug mein Nachtlager auf. A bisserl Hunger hatte ich aber auch noch und so fragte ich nach, wo denn die Möglichkeit bestünde noch etwas zum Essen zu bekommen und tatsächlich gab es da eine Lokalität. Gut und nicht so teuer hat man mir gesagt- also los und hin.

Versuchungen im Sündenpfuhl

Diesmal habe ich mich auch nicht verfahren. Es war echt lustig, denn es war ein Bowlingzentrum mit Spielautomaten und blinkenden Lichtern aber auch mit einem Bistro-/Restaurantbereich. Ich stand nun da und sah mich auf der Terrasse nach einem freien Platz um aber nichts zu machen – alles voll. Nun gut dann wieder rein, hatte Hunger. Nun erblickte mich auch ein Kellner und fragte mich ob er etwas für mich tun kann und ich teilte ihm meine Bedürfnisse in Bezug auf Essen und Trinken mit. Klar bekommen wir hin und er führte mich auf die volle Terrasse – Brauchen wir nicht versuchen ist eh nichts frei, gab ich ihm zu veerstehen. Also wieder rein ins Lokal und ich hatte schon einen Tisch für mich gefunden – Nummer 510 – auf Englisch hörte sich das lustig an und wir beide mussten Lachen – es war besiegelt (Situationskomik- braucht kein anderer zu verstehen). Ich bestellte eine Pizza und einen Salat – war sehr lecker.

Noch ein Bier und auf einmal stand mein Kellner vor mir und fragte was ich denn gerne für einen Schnaps trinken wolle. „Hmmmmm keine Ahnung – Überrasch mich!“ und dann ging es los mit einem mir gänzlich unbekannten aus Slowenien stammenden Getränk. Prost und ab gings. Natürlich kann man auf einem Bein nicht stehen und aus diesem Grund gabs natürlich noch einen. War super aber ich musste dann irgendwann die Reißleine ziehen. Wir umarmten uns zum Abschied ganz Herzlich und ich suchte in der Dunkelheit meine Behausung. Geschafft – es war ein sehr schöner und lustiger Abend.

Fahr’n fahr’n auf der Auto… moment…

Der nächste Tag fing wieder mit den gleichen Ritualen an. Ich führ los und suchte den geeignetsten Weg aus der Stadt hinaus. Wollte heute ja nach Koper – lief gestern alles so gut und warum sollte es dann heute nicht auch so werden. Schilder waren genug vorhanden, wo auch Koper dran stand – also weiter folgen. Eine Zeit lang funktionierte es auch wunderbar bis schlussendlich der Weg nur noch über die Autobahn führte. Na toll, bin schon schnell, aber so auch wieder nicht. Hatte ja noch meinen kleinen Helfer bei mir und jetzt sollte er mal Zeigen was er so kann. Zielort eingegeben und los gings. Funktionierte – Ich fuhr durch mega entlegene kleine Dörfer. Nie einen Menschen gesehen aber die Richtung scheinte zu stimmen. Hier eine kleine Momentaufnahme, zu diesem Zeitpunkt waren noch Menschen zu sehen.

Oder auch nicht. Ich vertraute meiner Navigation und legte Los. Es war der Hammer. Am Anfang gut aber das blieb nicht immer so. Kreisverkehre umrundete ich mindestens zweimal dann sollte ich auf einmal wenden (und das als ich einen Berg hinunter gefahren war) – Na klar mach ich doch – Bist du bescheuert und lauter so andere wahnwitzige Sachen. Einfach ignorieren.

Auf einmal kamen wieder Berge in Sicht und wie sollte es anders sein, da musste man drüber. Steigungen bis zu 10% – hmmm hatte in den vergangenen Tagen schon andere Hürden zu überwinden. Also Los! Kreuz und quer ging es duch die sehr schöne Landschaft, bis ich an eine Kreuzung kam wo auf einem Schild stand rechts nach Nova Goricia – nach links ein Namen den ich nicht aussprechen konnte und auf meiner Karte auch nicht gefunden habe. Super bist jezt mal wieder zwei Stunden im Kreis gefahren??? Ich entschloss mich dann aber doch nach links zu fahren und nach ca. 500 Metern kam eine Pizzeria, in der ich dann mal nach dem Weg fragte.

Bin ich hier richtig?

Alles klar es geht hier weiter immer der „Nase“ nach aber es wird anstrengend hat man mir versichert – Bergauf und das nicht nur einmal – spürte ich. Wow. Ich machte erst einmal Pause und aß eine Pizza und genehmigte mir ein Radler :). Die Fahrt ging jetzt weiter über Sežana nach Lipica, dann nach Divača um letztendlich hier ziemlich kaputt zu stranden. Pause – ich mag nicht mehr. Da es hier keinen Campingplatz gibt, habe ich mich entschlossen, für die heutige Nacht in einem Hotel einzuchecken – auch gut – Bett, warme Dusche und kalte Getränk. Morgen sind es dann nur noch 36 km bis Koper. Mag zu schaffen sein.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner