Weiter geht es von Camping Kalami nach Tholo

Weiter geht es von Camping Kalami nach Tholo

Ja ich musste weiter, obwohl es hier sehr schön war, aber bestimmt kreuzen weitere tolle Orte und Menschen meinen Weg, da bin ich mir sicher. Also machte ich mich am 03.07.26 auf den Weg vom Campingplatz Kalami nach Tholo, das auf dem Peloponnes liegt. Grobe Richtung ging nach Patras. Der „RAVTI“ und ich setzten uns in Bewegung. Kurz noch ausgecheckt und man wünschte sich eine gute Reise und sagte „Jasu“, das „Tschüß“ oder „Servus“ bedeutet. Die Fahrt verlief gut und ich bin gut voran gekommen. Als ich kurz vor Patras aus dem Gebirge kam, hatte ich einen unglaublichen Ausblick auf die Trikoupis-Brücke. Sie ist eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt. Die 2,88 km lange Brücke überspannt bei Patras das griechische Festland Antirrio mit der Halbinsel Peloponnes – die Navigation hat also wunderbar funktioniert.

Beim Navigieren ist die oberste Priorität, ruhig zu bleiben und auch mal den Kopf einzuschalten, falls es nicht gleich so läuft wie man es sich vorstellt hat. Das habe ich ja in Münchens Umgebung gelernt – es hat geholfen. Zuerst fuhr ich immer an der Küste entlang und die Straßen sind super schön, wie alles hier. Man fährt vorbei an Rhododendren-Büschen, deren Farbspiel einfach sehr schön ist. Auf der einen Seite das blaue Meer, auf der anderen Seite die Farben der weißen und roten Büsche, dazu die Sonne. Einfach dahin cruisen. Die heutige Distanz betrug ca. 350 km zu meiner nächsten Unterkunft und zwar Thélia Camping und der war mal richtig toll. Ich habe es ja gesagt, es kommt noch besser.

Heimelige Atmosphäre in der weiten Welt

Als ich in den Campingplatz fuhr, wurde ich allen ernstes mit einem echten „SERVUS!“ vom Besitzer begrüßt. „Wow!“ – dachte ich mir – „Jetzt bist du so weit von zu Hause entfernt, bist mitten in Griechenland und dann wirst auf bayerisch gegrüßt“. Wie dahoam – hihi. Es war Aris, ein echt toller Typ, der in Online-Bewertungen des Campingplatzes als Sprachen-Genie hervorgehoben wird. Super der spricht 9 Sprachen fließend. Echt beeindruckend und er ist mega engagiert was seinen Campingplatz und die Leute anbetrifft. Aris zeigte mir seinen ganzen Stolz und hat mir auch einen super schönen Platz gegeben. Bevor ich mich häuslich einrichtete, brauchte es erst einmal ein lecker kühles Getränk. Haus bauen macht bekanntlich durstig. Ich verbrachte auch diesmal einige Tage hier vor Ort, da ich ja den Plan hatte, eine Wanderung entlang des Menalonwegs zu beschreiten.

Es war alles wieder a bisserl knapp von mir kalkuliert, da ich ja schon am 05.07.26 in Athen sein musste. Konzertauftakt war nämlich der 06.07.26. Aber was soll’s – ich hab Urlaub also keinen Stress sondern entschleuningen. So tat ich es dann auch. Ich setzte mich unter mein Vorzelt und genoss die Zeit. Beschäftigung hatte ich auch, nämlich Blog schreiben – oder zumindest versuchen. Technische Hindernisse sorgten für allerlei Frust. Deshalb ein kurzer Hinweis an all meine Leser, die immer Bericht haben wollten. Ich wollte schreiben, aber es gab keine Möglichkeit es zu veröffentlichen. Deshalb bin ich diesmal leider ein wenig im Verzug.

Vorfreude ist die schönste Freude

Als ich mich nochmals in den Minimarkt aufmachte, um mir Getränke zu organisieren, kam ich mit Aris ins Gespräch und erzählte ihm von meinem Vorhaben, nach Athen zu fahren, Freunde zu besuchen und vor allem das Thema Konzertbesuch. Nach einer Weile fragte Aris mich, was ich denn eigentlch anschauen will und ich sagte ihm, dass ich Karten für High Vis, Bad Religion und The Offspring hätte. Er fragte darauf „du gehst doch nicht auf das Release Festival, oder?“. Ja Logo genau dahin. „Cool“, meinte er „ich hab auch eine Karte“ aber natürlich gab es einen Wermutstropfen.

Sein Campingplatz war neu und er hatte einen kleinen Sohn, seine Frau gab es auch noch. Eine wirklich süße Familie, aber dann kann man halt nicht mehr so, wie man es denn gerne möchte. Auf jeden Fall versuche er zu kommen, sagte er. Somit ließen wir es für den Moment stehen und ich zog mich zurück in mein mobiles Heim. Am nächsten Tag überlegte ich wahrscheinlich zu lange, um eine Entscheidung treffen zu können. Der Wetterbericht sagte für mein Gebiet Gewitter an und auch Aris riet mir von meinem Vorhaben ab, da die Gewitter in den Bergregionen ziemlich stark ausfallen können.

Daher entschied ich mich ans Meer zu gehen und es war mal ganz was anderes, als das, was ich bisher erleben durfte.

Die Seele baumelt im Camping Kalami

Die Seele baumelt im Camping Kalami

Ich war in Griechenland angekommen und das war super. Der Campingplatz Kalami war super schön, allerdings hatte ich ja auch noch keine Vergleichswerte, deshalb empfand ich diesen super. Für den „RAVTI“ hatte ich einen relativ schattigen Platz gefunden und spannte auch meine Plane über ihn. Somit hatte ich auch gleich ein kleines Vorzelt – MEGA . Jetzt konnte ich ein wenig chillen und mich ausruhen. Das Meer war auch sehr leicht zu erreichen. Da es sich um einen Terrassencampingplatz handelte, ging es immer die Stufen runter und direkt ins Meer. Das war echt cool. Da es aber so heiß war, habe ich es nicht allzu lange ausgehalten und hielt meine Strand-Aufenthalte relativ kurz. Aber so zwischendurch mal eine kurze Abkühlung war schon echt angenehm.

Aus der Vergangenheit nichts gelernt?

Ich entschied mich einige Tage zu bleiben, da ich ja Urlaub habe und mich nicht stressen lassen wollte. Es wurden dann vier Tage daraus. Eigentlich passierte in dieser Zeit nicht viel. Ich organisierte meine Sachen, wie zum Beispiel meinen Internationalen Versicherungsschein und überlegte mir wie sich meine Weiterfahrt gestalten sollte. An einem besonders heißen Tag, wie sollte es auch anders sein, stieg ich auf mein Rad und fuhr die Küste zu einem nahe gelegenen Küstendorf um eine Kleinigkeit einzukaufen. Es sind dann doch zwölf Kilometer geworden. Diese hatten es aber in sich, da Griechenlands Küsten ja nicht eben sind, sondern ein Mix aus Bergauf-Passagen und Abfahrten. Zunächst also natürlich eine Steigung. Dennoch – ich kann es noch.

Wieder am Campingplatz, genoss ich die Zeit sehr und es gab auch immer wieder etwas neues zu sehen. So zum Beispiel kam eine ziemlich große Familie aus Ungarn an, die gegenüber von mir ihr Lager aufschlug und ich kann es nur sagen, was für eine Mentalität und Feuer die hatten. Echt super. Auf dem Campingplatz erlebte ich auch mein erstes Gewitter und das war nicht ohne, aber wir ließen uns die Laune dadurch nicht vermiesen – ganz im Gegenteil: die Nachbarn feierten den Regen mit dem Song des Komponisten Nacio Herb Brown – Singin‘ in the Rain – Klasse. Ich war in guter Gesellschaft. Langsam kam man sich auch näher.

Mitten im Urlaub adoptiert

Das Eis wurde Mal wieder von einem kleinen Mädchen gebrochen, was mir immer zu winkte, wenn es ins Bett musste. Auch der Familienhund war Irgendwann so neugierig, dass er bei mir stand und um mich rum schnüffelte. Spätestens jetzt war es geschehen, ich war offiziell angenommen. Man grüßte mich überall wo man sich über den Weg lief und auch am Strand waren wir nie weit voneinander entfernt, obwohl nicht viel gesagt worden ist.

Eines Tages kam ich vom Strand die Stufen hinauf und eines der Kinder kam zu mir und fragte auf englisch, ob ich einen Fisch möchte. Sein Vater hat diesen selbständig mit der Harpune im Meer gefangen. Wow – ja sehr gerne mag ich einen Fisch. Der Junge kam mit einer Platte voller frittierter Fische zurück und ich Griff zu. Es war so lecker. Ich bedanke mich recht herzlich und ließ mir meinen Fisch schmecken. Das war wirklich eine schöne Geste. Die Reise hat super toll begonnen und so soll es weiter gehen. „Wundervoll“, dachte ich mir, „was es doch für liebevolle Menschen auf dieser Welt gibt“. Begeisterung machte sich in mir breit und das „nur“ wegen eines Fisches.

Die Zeit verging viel zu schnell, denn mein Ziel ist ja Athen. Also musste ich weiterfahren – ich merkte es. Auf zu neuen Abenteuern und Begegnungen!

Tag 2 – von Ancona nach Igoumenitsa

Tag 2 – von Ancona nach Igoumenitsa

Die zweite Etappe meiner Abenteuerreise führt von Ancona nach Igoumenitsa. Es ist mittlerweile 21:30 Uhr und wir sind immer noch im Hafen vertaut. Die Schornsteine rauchen allerdings schon, vielleicht ein gutes Zeichen, dass es bald heißt: „Leinen los!“. Und so ist es dann auch – der Dampfer setzt sich in Bewegung, erst ganz langsam, aber es geht los. Der Lotse, der an Bord kam wurde dann auch schon bald wieder von seinem Boot, das Backbord längs lief, aufgenommen und wir stachen in die dunkle See.

Nächster Halt ist dann Igoumenitsa in Griechenland. Ich hatte mir ja ein lauschiges Plätzchen gesucht und dort verweilte ich auch so bis halb Zwei in der Früh. Ein paar lecker Getränke hatte ich noch gehabt. So eine Seereise macht bekanntlich auch durstig. Da es aber schon eine anstrengende erste Etappe war entschloss ich mich, dann doch in meinen Schlafsack zu kriechen. Dafür musste aber noch das richtige Plätzchen gefunden werden.

Über Nacht an Deck – ob das gut geht?

Ich bewegte mich aufs Oberdeck und siehe da hier konnte ich mein Lager für die Nacht aufschlagen. Es war so schön an Deck unter freiem Himmel, der Wind blies mir um die Nase und das Gebrummel der Maschinen hat mich dann doch überwältigt und ich schlief ein.

Geweckt wurde ich heute von einem übereifrigen Maschinist – ich glaube zumindest, dass er was damit zu tun haben könnte. Er überprüfte die ganzen Beiboote auf ihre Funktionalität und das wiederum bedeutete, dass er alle Motoren startete und diese natürlich nicht nur Lärm, sondern auch leckere Abgase verursachten. Das war heute mein Wecker.

Ein spannender Tag steht an

Nun dann – es war eh viel zu heiß, also packte ich mein Nachtlager wieder zusammen und begab mich an die Bar, um einen Kaffee und einen leckeren Softdrink zu ordern. Unterdessen setze mein Schiff seine Reise fort. Heute am 28. Juni, um 15:00 Uhr sind wir schon auf der Höhe von Albanien – es geht also voran. Ich saß da so in meiner Deck-Nische und bekam auf einmal Gesellschaft von Elke und Lucky und es ergab sich eine sehr nette und amüsante Unterhaltung, mit Witz, Charme und Esprit. Sehr schön, so in dieser Runde mit netten Geschichten und Anekdoten aus früheren Urlauben verging die Zeit auch ziemlich schnell.

Einige Zeit später, gesellten sich dann auch noch Fabiola und Patrick mit ihren Kindern zu uns – die Selbsthilfegruppe mit dem Thema „Internationaler Versicherungsschein“ war komplett. Ja das sollte ich kurz erläutern. Da wir alle unsere Urlaubs-Vorhaben ausgetauscht hatten und ich von meiner Rückreise durch die Balkanstaaten erzählt habe, kam der Internationale Versicherungsschein wieder zur Sprache und ich schaute mit großen Augen und einigen Fragezeichen – was ist das und wozu ist dieser nötig? Mir wurde dann mitgeteilt, dass dieses Dokument für manche Länder von großer Bedeutung sei. Ahhhhhh ja, OK. Nun denn!

Unvollständige Reisevorbereitungen!? – NIEMALS

Und jetzt was mache ich nun, denn ich glaube, so etwas besitze ich wohl nicht. Aber es ist gut, eine Gruppe zu haben oder besser gesagt, ein Teil davon zu sein. So konnten wir die offen Fragen im Kollektiv herausarbeiten und zu einer Lösung finden. Am Ende war es dann so, dass ich meine Versicherung anrief und mir das Dokument via Mail schicken ließ.

Unsere Schiffsreise neigte sich dem Ende zu. Wir ließen Albanien an uns vorbeiziehen und der nächste halt war Igoumenitsa. Natürlich dauerte es wieder ein wenig, bis alles durch die wild gestikulierende Crew koordiniert wurde, und schlussendlich alle das Schiff verlassen konnten. Zuvor sagten wir einander noch Servus und wünschten uns gegenseitig eine gute und schöne Reise.

Abschiednehmen und die obligatorische Suche nach einer Unterkunft

Ich machte mich auf der Küstenstraße grob in Richtung Athen auf den Weg. Der erste Campingplatz gehört mir und da kam er auch schon, ca. 6 Km von Igoumenitsa entfernt: Camping Kalami. Runter von der Bahn und rein zum Check-In – alles super. Nach einer langen und heißen Etappe habe ich es fürs erste Geschafft. Ich bin in Griechenland angekommen.

Reise nach Athen zu Griechenlands Hauptstadt

Das Reisegepäck für dieses Jahr

So ich habe meine Sachen gepackt 😊 und hoffe, dass ich diesmal Alles dabei habe. Vermutlich habe ich wieder viel zu viel eingepackt. Aber zumindest muss ich nicht alles aus eigener Muskelkraft schleppen oder ziehen. Die Vorbereitungen für meine diesjährige Reise nach Athen laufen. Ich setze dieses Jahr auf die Unterstützung meines „Ravti“. Gerade sitze ich noch in München und bereite mich auf meine Abfahrt so gegen 4:00 Uhr in der Früh vor. Meine erste Etappe in führt von München nach Ancona, um dort dann in mein Schiff nach Igoumenitsa einzuchecken.

Zuerst geht es über Garmisch nach Mittenwald, durch Scharnitz und über Seefeld. Ich denke, dass ich dann in Innsbruck einen Kaffee trinke und dem „Ravti“ ein paar Liter Benzin gönne, bevor es dann über den Brenner geht. Ab Sterzing setze ich mich dann auf die Autobahn und Rolle bis Ancona. Soweit der Plan fürs erste. Mal schauen, wie es läuft. Auf jeden Fall bin ich wieder sehr gespannt, was mich erwarten wird und welche Abenteuer auf mich zukommen werden.

Ich habe mir viel vorgenommen

Geplant sind Wanderungen und Mountainbike-Touren entlang der Hin- und Rückreise, sowie Besuche diverser Kulturveranstaltungen in Athen. Damit ich auf den Ausflügen nicht wieder verloren gehe, habe ich die Navigation im Vorfeld der Reise mal in einem eher gewohnteren Umfeld getestet, um die Schwächen des Routings mal auszuloten. Es wird spannend sein zu sehen, wie man Straßen, die eigentlich nur für Autos sind, mit dem Rad vermeiden kann, ohne gleich etliche Kilometer Umwege fahren zu müssen, oder ob ich am Ende doch wieder das Abenteuer Straßenkampf erlebe.

Der Rückweg soll dann mit dem Auto entlang der Adriaküste führen, wobei ich auch noch diverse Zwischenstopps mit sportlichen Aktivitäten einlegen möchte, sei es eine Wanderung auf Bosniens höchsten Berg, oder eine Radtour auf der kroatischen Insel Brač. Es bleibt, wie immer, spannend: spielt das Wetter mit? Geht sich das alles zeitlich aus? Ich werde es hier berichten.

Die letzte Etappe – eine wunderschöne Reise geht dem Ende zu

Die letzte Etappe – eine wunderschöne Reise geht dem Ende zu

Die Nacht war sehr erholsam und es war Zeit „Per dire addio“ (Auf Wiedersehen zu sagen). Von Tarvisio über Arnoldstein ging es weitestgehend bergab bis nach Villach. Dank der Abfahrt brauchte ich für die fahrt von ca. 40 km nur eineinhalb Stunden. Es lief sehr gut und ich war froh, an einem Ort zu sein, wo ich vielleicht auch die Möglichkeit bekommen würde mit dem Zug nach Hause zu kommen. Gegen Mittag war es dann soweit und ich erreichte den Hauptbahnhof in der wunderschönen Österreichischen Stadt an der Drau. Hinein ins Servicezentrum um mein Anliegen einer der MitarbeiterInnen kund zu tun.

Es sah gut aus und mir fiel ein Stein vom Herzen. Es gab sogar Wahlmöglichkeiten was die Züge anbetraf und so entschied ich mich für 15:12 Uhr Abfahrtszeit. Das passt, somit hatte ich noch ein wenig Zeit und meine Ankunft in München war ca. 20:00 Uhr. Einmal Umsteigen in Salzburg das bekomme ich auch hin und somit hielt ich auch sogleich mein Ticket in den Händen. Eine Flasche Wasser hatte ich auch noch von den ÖBB Mitarbeiter*Innen bekommen. Juhu passt alles und ich konnte mich noch in Ruhe umziehen. Raus aus dem Bahnhof und in ein nahegelegendes Bistro. Hier bestellte ich mir mit meinem letzten Bargeld ein Bier und einen Toast „rot-weiß“. Es schmeckte sehr gut.

Eine Heimfahrt mit Umsteigen, was soll schon passieren

Die Zeit verging ziemlich schnell und deshalb machte ich mich dann auf den Weg zu Gleis zwei, wo mein Zug abfuhr. Es gab einen sehr großen Aufzug, in den mein „Biketrain“ im ganzen Reinpasste und so hatte ich einen sehr chilligen Transfer zur Plattform 2. Super – der „Biketrain“ war bereit um in den Railjet einzuchecken. Ich wartete und der Zug kam planmäßig an. Einstieg und Abfahrt nach Salzburg. Es dauerte ungefähr zwei Stunden und wir fuhren in Salzburg Hauptbahnhof ein. Jetzt war noch einmal Stress angesagt. 12 Minuten hatte ich Zeit, um von Gleis 2 nach Gleis 6 zu gelangen. Also, ich raus aus dem Zug und das in zwei Schritten. Zum Glück hatte ich einen freundlichen Helfer. Er nahm mein Rad und ich den schweren Hänger.

Ein kurzes Danke, noch ankoppeln und ab richtung des Bahnsteiges, wovon aus die Weiterreise nach München losging. Zu meinem „Glück“ funkionierte der Fahrstuhl nicht und ich musste die Trreppe nehmen. Fahrrad auf die Schulter, den Hänger an der Achse genommen und dann ab über die Treppe nach unten ins Bahnofsgelände. In Ordnung, das hatte geklappt. Jetzt wieder ankoppeln und dann zum Aufgang für Gleis 6. Gott sei Dank gab es eine funktionierende Rolltreppe. Ich packte den „Biketrain“ auf die Rolltreppe, die ihn nach oben auf den Bahnsteig brachte.

Umsonst beeilt und dann auch noch nass geworden

Das ging so schnell, dass ich da war aber der Zug noch nicht. „Wunderbar“, dachte ich mir. Auf einmal die Durchsage, dass mein Zug eine viertel Stunde verspätung hat. Na für mich war es gut, aber für die anderen Fahrgäste, die in München umsteigen mussten, hatte die Durchsage wahrscheinlich nicht für freude gesorgt. Wie auch immer, mein Zug kam und die letzte Etappe began. Um 19:55 Uhr hatte ich es gescshafft, München hatte mich wieder. Ich traf mich noch mit meiner Redaktion im Biergarten (Hirschgarten) auf ein lecker Bier. Willkommen in München und die Himmelspforten öffneten sich über mir und regneten den Staub der vergangenen Tage von mir und dem „Biketrain“ ab.

Juhu ich habe den FVG 1 gefunden und mit Kurt einen Kaffee getrunken

Juhu ich habe den FVG 1 gefunden und mit Kurt einen Kaffee getrunken

Das Camping Ai Pioppi war sehr schön, das hatte ich ja schon gestern geschrieben. Weiter geht die Fahrt mit meinem kleinen „Biketrain“ . Heute wollte ich bis nach Tarvisio kommen. Garmin klar – Tarvisio eingegeben und auf zu meiner morgentlichen Rundfahrt durch die schöne Stadt Germona. Ich sah die mir schon bekannten Straßen und fuhr zwischenzeitlich auch mal kurze Anstiege. Man nennt es wohl „Anschwitzen“ – hihihi. Meine Runde war beendet und ich befand mich wieder am Startpunkt. So jetzt reicht es mir. Garmin aus und in der Tasche versenkt- Karte raus und einen Lagecheck gemacht.

Ich glaube es ja nicht – ich Stand direkt vor einem Fahrradschild auf dem doch tatsächlich Tarvisio zu lesen war – super da will ich hin. Es war der Alpen- Adria- Radweg (FVG1). Hatte schon viel darüber gelesen und auch mal eine Reportage gesehen und nun komme ich selber in den Genuss! – Also Abfahrt. Echt toll, so ein Weg fern ab von allen Straßen. Auf einmal waren auch super viele Radfahrer zu sehen – ein Wunder. Die nächste Stadt war Venzone und als ich um die Kurve bog, stand auf einmal ein riesiger Betonmischer auf dem Radelweg – Stopp nichts ging mehr.

Bis hierhin und nicht weiter

So Stand ich dort mit einem Fußgänger. Wir schauten uns an und dachten wohl dasselbe – hier kommst du nicht weiter. Der Mann sprach den Fahrer an und erklärte ihm kurz auf Italienisch – „hier musst du umdrehen, du bist zu groß“. Der LKW setzte zurück und so entstand eine kleine Lücke an der wir beide vorbei konnten. Ich brauchte ja immer ein bisschen bis ich los kam und deshalb blieben wir bpeide auf gleicher Augenhöhe. Der FVG1 gabelte sich und ich sah hilfesuchend in Richtung des Fußgängers. Er nahm mich sofort mit und brachte mich auf den richtigen Weg.

Kurt war sein Name und er lebte hier mit seiner Frau in Venzone. Sie kamen aus Mailand und hatten sich hier ein Haus gekauft und verbringen hier ihre Zeit. Kurt fragte mich dann noch, ob ich ein wenig Zeit hatte – „Na klar“ – und schon saßen wir in einem Café und Unterhielten uns ganz angeregt bei einem Espresso und Cappuccino. Es war echt sehr schön und die Zeit ging dahin. „Kurt ich muss weiter“ – er begleitete mich noch ein Stück meines Weges und stupste mich wieder auf den FVG1, dann ging es weiter.

Es waren ja noch über 60 km und die sollten es in sich haben. Die ganzen langen Kilometer sollte es nur bergauf gehen. Ein Rhythmus musste gefunden werden, sonst schaffte ich das nicht. Immer schön in einem leichten Gang fahren um Körner zu sparen. So schön der Weg auch sein mag aber es kostete mich mega Kraft und es wurde auch schon wieder super heiß. Meine Trinkflaschen waren noch zur genüge gefüllt und somit konnte ich langsam aber stetig weiter den Anstieg vorantreiben. Es schmerzte – dennoch half es nichts: ich musste heute noch bis nach Tarvisio.

Endlose Tunnel und Brücken musste ich über- und durchqueren, bis ich dann schlussendlich an einem Hochplateau angekommen bin. „Super, ich brauch‘ was zu trinken“ und die erste Bar gehörte mir. Lecker süße Limo und eine große Wasserflasche Frizzante. Es waren noch ein paar Kilometer bis nach Tarvisio aber ich lag gut in der Zeit und so konnte ich ein wenig durchschnaufen. Hat gut getan – nicht zu lange Pausieren sonst komme ich aus dem Rythmus – also wieder drauf auf meinen „Biketrain“ und Abfahrt.

Eine letzte Auszeit

Der Anfang nach einer Pause lief immer ganz gut aber ich hatte nicht mehr so viel Sitzfleisch und deshalb wurde es nach kürzerster Zet schon wieder unbequem. Die weite der Strecke war aber absehbar. Ich glaube, ich befand mich in Pontebba und hatte nur noch ein paar Ortschaften bis ich dann in Tarvisio angekommen war. Tarvisio war erreicht und für diesen Tag reichte es mir dann auch. Ich hielt mal wieder Ausschau nach einem Schlafplatz. Hier oben gibt es wohl keinen Campingplatz – und so war es auch. Auf einem Schild wurden einige Übernachtungsmöglichkeiten angepriesen. Ich entschied mich dann noch einmal für ein Hotel.

Es war sehr schön und mit dem Preis konnte ich auch noch ein wenig drücken, weil ich auf das Frühstück verzichtete – so am nächsten Morgen. Die Zeit in dem Hotel nahe der FVG1 hatte für mich einen kleinen „Wellnesseffekt“ und ich genoss es in vollen Zügen. Duschen, Trinken, gut schlafen, das war die beste Vorraussetzung für die letzte Etappe nach Villach.

Ich hab ne Karte bekommen

Ich hab ne Karte bekommen

Als ich aus meinem Hotel in Udine auscheckte, fragte ich vorsichtshalber doch noch mal nach dem Weg. Wiedermal hatte ich eine sehr nette und engagierte Rezepzonistin , die mir erst den Weg nach Villach aufschrieb aber während ich meine Trailer zusammen baute doch mit einer Karte um die Ecke kam. Wunderbar ich konnte endlich mal mit einer Karte Navigieren – toll. Gemeinsam Markerten wir die kommenden Steps – sollte alles funktionieren.

Ich werde nicht aufgeben, um an mein Ziel zu gelangen. Wir verabschiedeten uns und dann stieg ich mit meinem „Biketrain“ in den Aufzug, um ins Erdgeschoss zu gelangen. Die Zimmer dieses Hotels lagen nämlich im ersten Stock. Raus aus dem Fahrstuhl, angekoppelt und dann noch schnell eine Nektarine – Abfahrt. Es sollte bis Gemona gehen.

Das Wort „sollte“ heißt wie immer nichts Gutes

Ich begang doch wieder mal einen Fehler: klar, ich fütterte mal wieder meinen kleinen Garmin mit den nötigen Infos. Die Rundfahrt konnte beginnen – Juhu dachte ich mir. Der „Biketrain“ zog unaufhörlich seine Schleifen um und herum durch Udine. Irgendwie schaffte ich es dann doch auf den richtigen Pfad zu gelangen, aber es dauerte natürlich auch wieder so seine Zeit. Die verlorene Zeit konnte ich nicht so schnell wieder gut machen, da ich mich Richtung Berge bewegte und es natürlich stetig Bergauf ging. Das ganze mal wieder bei ca 34°C. Und dann noch auf Umwegen. Ganz toll.

Diese Reise ist geprägt von „don’t take the path straight away“, ich hab mich ja schon daran gewöhnt und machte aus einer normalen Etappe halt dann mal schnell eine extranormale Etappe. So fuhr ich immer meiner Wege und dachte, es würde schon alles gut. Zwischendurch, als ich mal eine kleine Pause zum Trinken einlegte, schaute ich auf meine neu erworbene Navigationshilfe: DIE KARTE. Ja passt schon, die Berge immer Voraus und die Steigung passte auch – alles klar.

Es beginnt die Tour der Leiden

Es war echt mal wieder anstrengend und die Beine wollten auch nicht mehr so recht. Eigentlich hatte diese Etappe nicht so viele Kilometer, aber ich hab vergessen, dass es Bergauf ging. Somit konnte ich auch nicht die nötige Geschwindigkeit aufnehmen um Strecke zu machen.

Mein Hintern began zu pochen: das Gewicht vom Hänger zerrte unaufhaltsam an mir. „Immer weiter, das schaffst du schon“ – Nein es ging nicht mehr. Im letzten Augenblick sah ich ein Schild mit einem Campingplatz-Piktogramm – den nehm ich und so sollte es auch sein. Ein paar Kilometer und natürlich diverse Höhenmeter musste ich noch hinter mich bringen, dann war ich auch schon da.

Das Camping Ai Pioppi in Gemona UD Italien ist sehr nett, klein und wunderbar für echt wenig Geld: 15,- € die Nacht bei freier Platzwahl. Hier geht’s rein und das Nachtlager wird aufgeschlagen. Morgen dann weiter Richtung Villach – Buona serata und Buona notte. Morgen wird es bestimmt wieder mega anstrengend. Ich ließ mir noch den Abend bei Pizza und Bier versüßen.

Von Jesolo nach Udine

Von Jesolo nach Udine

Was soll ich sagen, ich wollte niemals im Leben nach Jesolo, aber die Route vom „Biketrain“ ließ mir keine andere Wahl und so landete ich in Jesolo. Egal, Hauptsache ich habe mich von Venedig Mestre entfernt. Ich suchte bei der Ankunft in dieser Stadt mal gleich nach einer Unterkunft und steuerte auf einen Schilderwald von Camping-Hinweisen zu. Super – dann halt wie gewohnt den Schildern hinterher in der Hoffnung, es endet nicht wieder in einer Sackgasse, wie schon so viele male auf meiner kleinen Reise.

Es hat geklappt und einige Kilometer später überbot sich die Anzahl der Campingplätze – Freie Wahl. Juhu aber ich war viel zu K.O., um hier noch eine vernünftige Auswahl treffen zu können, also ab in den Erst-Besten. Bauchgefühl ist hallt doch immer noch das beste Gefühl – es war echt schön und auch lustig dort am Platz. Ich checkte im Parco Capraro – Lido di Jesolo ein.

Die größte Touristnattraktion bin ich selbst

Schon an der Rezeption war ich der Magnet – wie und vorallem „mit was bist du hier her gekommen?“ wurde ich immer wieder gefragt. Ja mit dem Bicicletta aus München…. Ja aus München und ich verwies dann auch an dieser Stelle auf mein Trikot auf dem auch ganz groß „Giro“ steht. Wow echt toll – sooooo weit. Bei diesem Durcheinander mit Anmeldung und Interviews geben, lernte ich dann sogleich auch mal den Chef kennen, der mir zuvor mein Rad wegschieben wollte. Nichts da mein Rad bekommst du nicht und aus dieser Situation entstand doch eine recht herzliche Bekanntschaft – er mochte mich sofort. Cool, ich ihn auch. Man brachte mich schließlich zu meinem Platz, wo ich dann auch sofort mein Lager aufschlug.

Geschafft, wunderbar hier werde ich zwei Nächte bleiben, um mich ein wenig von den Strapazen der vorherigen Tage zu Erholen. Die Nacht war gut und ich hatte einen erholsamen Schlaf. Meine Gedanken des Weiterkommens waren soweit geklärt – Zeitplan stimmt auch noch – alles gut. Ich chillte mich so durch den Tag und es passierte nicht viel. So gegen Abend holte ich mir eine klein Brotzeit aus dem Mini Markt und begab mich wieder zu meiner kleinen Zeltunterkunft.

Zwei Abenteurer prallen aufeinander

Mit meinem Nachbarn, der nur mit dem Auto angereist war und dies auch als Behausung für die Nacht nutzte, kam ich irgendwie ins Gespräch und es ging los. Witzige Geschichten hatte der auf Lager unter anderem diese: Als er 14 Jahre alt war, fuhr er von Niedersachsen mit seinem Mofa, nur mit einem kleinen Zelt und Rucksack, in dem er Essen und Trinken verstaute, mit 25 km/h nach Dänemark. Ich musste so lachen, weil er das so gut wiedergeben konnte und man sich richtig vorstellen konnte, was er an dieser Stelle erleben durfte. Ich habe ihn kennengelernt, den Basti. Lieber Mensch.

So ging die Zeit dahin und es war dann auch schon wieder so weit – Servus, Good Bye und Arrivederci zu sagen. Der „Biketrain“ war gepackt und bereit. Es gab natürlich auch wieder eine herzliche Verabschiedeung von allen, insbesonders und persönlich vom Campingplatzbesitzer (Mario – glaub ich zumindest). Er schickte mich zur Abwechslung mal in die richtige Richtung – Abfahrt.

Die Extra-Kilometer fordern alsbald ihren Tribut

Heute hatte ich einiges zu tun um von Jesolo nach Udine zu kommen. Ich sags euch, es nimmt kein Ende und meine Kräfte schwinden zunehmend. Ich hatte wieder mal gut und gerne 90 km vor mir aber mit meinen „Abkürzungen“ werden daraus mal ganz schnell 110 km. So sollte es auch diesmal sein. Es ist wie immer super heiß, auch wenn gestern Nacht eine Gewitterzelle über mich gezogen ist. Abkühlung gab es keine und so zogen sich meine km durch das Italenische „Death Valley“. Wie schon geschrieben: endlos erscheinende Straßen. Die Straße versank am Horizont, wie man es bestenfalls aus amerikanischen Road-Movies kennt.

Irgendwo dort muss ich hin, also immer weiter kleiner „Biketrain“ *schwitzschwitz*. Ich nutzte jede Gelegenheit einer Pause um dann auch etwas zu trinken. Ein Schild – Hoffnung keimte auf – „jeeeeh Udine nur noch 20 km – das schaffe ich!“. Weiter ging es und die Kilometer schmolzen, ähnlich wie ich in der Sonne. Gegen 18:00 Uhr hatte ich dann den Stadtrand von Udine erreicht. Super jetzt noch eine Unterkunft für die Nacht finden – vorzugsweise einen Campingplatz – und dann ist alles gut.

Und wieder kommt es anders, als gedacht

Dass dies immer die größten Herausforderungen sind, sollte ich mittlerweile eigentlich wissen. Und los ging es. Meine kleine Navigation auf Suchen eingestellt: Los kleiner Garmin such! Mach schon! Aber die Reise für den Tag sollte noch lange nicht am Ende sein. Nein es gab noch einen Bonus von ca. 20 km oben drauf bis ich schlussendlich in einem Hotel gestrandet bin. Zwischendurch gab es allerdings noch gratis Limo und Nektarinen von meinen italienischen Fans.

Venedig – Mestre: ein Nadelöhr

Venedig – Mestre: ein Nadelöhr

Ich startete gestern nach einem Kaffee und Wasser, das ich noch von Sam & Chris, meinen lieben Nachbarn aus UK, bekommen hab, von meinem HU – Camping City in Mestre in der Hoffnung, ich schaffte heute ein paar Kilometer Richtung Triest / Udine. Voller Optimismus ging der „Biketrain“ wieder auf Reisen. Es wurde aber nichts daraus, denn wie sich heraus stellte, war es gar nicht so einfach (und das ist wirklich so und mag nicht an meiner fehlenden Navigationskompetenz liegen) aus dieser Stadt heraus zu finden.

Ich hatte am vorabend schon meine Route in mein kleinen Garmin programmiert und auch sah es so aus, als ob alles laufen mag – jjjiiiaaaaa sagen wir es Mal so: das schon, aber nicht nach meinen Vorstellungen. Nun dann hab ich erst mal eine großzügige Runde um meinen Campingplatz gezogen und dachte mir, „Hey das kennst du ja – klar da war ich gestern auch schon“. Die Zeit verging und ich drehte mich wie ein Kreisel um die eigene Achse.

Es wurde heiß, aber eigentlich war es eh niemals kalt oder zumindest kühl. Nun ja mit einem Lächeln auf den Lippen nahm ich die Dinge wie sie so zu erscheinen mochten. Kannst eh nichts tun. Kein Zug nimmt dich mit, ein Flugzeug erst recht nicht, also bleibt einzig und alleine einen kühlen (hihihi) Kopf bewahren. Und schauen, wie du selbst aus dem Labyrinth Mestre herausfindest. Ich bog mal wieder unaufhaltsam hin und her, um vielleicht auf ein Schild zu treffen, was mir ungefähr den Weg in die von mir angepeilte Richtung weisen würde.

Ich will keinen Hafenliegeplatz kaufen!

Ein Schild war tatsächlich auf meinem Weg und darauf stand zum ersten mal Triest – wunderbar, das nehm ich doch. Zugleich gab mein kleiner Garmin eine Such-Fehlermeldung nach der anderen. Egal – dem Schild hinterher und das sollte sich – nicht sogleich aber nach rund 15 km – als Fehler erweisen.

Ich stand am Porto (Fähranleger) – Sackgasse! Herrlich wie man sich so auf die Wegbeschilderung verlassen kann. Es war heiß, ich hatte nichts mehr zu trinken und stand zwischen lauter LKW am Anleger. Ich ging ins Office, um vielleicht jemanden anzutreffen, der mir in etwa den Weg erklären konnte, aber Fehlanzeige: kein Mensch weit und breit. Immerhin war da ein Getränkeautomat. Ich hatte noch 2 Euro und diese investierte ich dann sogleich in ein lustig anmutendes Kaltgetränk. Zumindest konnte ich ein wenig meinen Durst stillen. Ich setze mich vor das Gebäude und sammelte mich für einen Moment, bis auf einmal eine Frau (hatte eine Uniform an und einen Ausweis umgehängt) aus der Tür trat.

Zurück auf Los

Ich fragte sie nach dem Standort und dem Weg nach Triest. Leider hatten wir die üblichen Verständnisprobleme… aber wenig später kam die selbe Frau mit ihrem Telefon auf mich zu und gab es mir in die Hand, mit der Aufforderung ich sollte sprechen. Es war ein Mann an dem anderen ende der Leitung der Englisch konnte – Gott sei Dank. Ich erklärte ihm meine Misere in der ich mich befand und er meinte umkehren und auf Start zurück. Auch sagte er mir, dass es sehr tricky wäre hier nur mit dem Rad weiterzukommen. Was für Aussichten. Ich bin ja ein positives Gemüt, daher schwang ich mich auf meinen Zug und Abfahrt.

So fuhr ich bei den ganzen LKW vorbei und spielte – nur ganz kurz – mit dem Gedanken zu fragen, ob mich vielleicht einer mitnehmen könnte. War nur so ein Gedanke, den ich dann aber auch gleich wieder verwarf. Nichts da! Das muss doch zu schaffen sein. Die Strecke kannte ich ja inzwischen. Mein Garmin war auf Selbstfindung und spielte verrückt. Egal. Ich war wieder in Mestre – Hah super. Mittlerweile sind auch schon wieder einige Stunden verstrichen.

Endlich durchstarten…

Zumindest war es noch Tag also weiter. Ich suchte mir einen Schattenplatz und programmierte meinen Garmin neu in der Hoffnung, er schaffte es diesmal. Es war heiß in der Stadt und kein Mensch zu sehen. Ich wartete, bis die Suche abgeschlossen war – jip hat funktioniert. Es ging wieder links und rechts durch kleine Gassen und Straßen (hab ich schon mal geschrieben – so lernt man auch eine Stadt kennen). Ich folgte den Anweisungen auf meiner kleinen Navigation und hatte das Gefühl, dass es in die richtige Richtung ging.

Zumindest war es eine andere Himmelsrichtung was mich optimistisch werden ließ – aber nur nicht zu früh freuen. Ich habe jetzt auch zuerst mal einen kleineren Ort eingegeben (San Dona di Piave) vielleicht läuft das besser und anscheinend -it works!!!!! Die Altstadt von Mestre Venedig ist wunderschön – wie ich beim Durchqueren feststellen durfte. Schöne Häuser und kleine Bars auf beiden Seiten.

Noch einmal auftanken

Ich hatte Durst und so hielt ich an und kaufte mir eine Cola und ein echt leckeres Limo. Perfekt – vielleicht hab ich den Ausgang endlich gefunden und so war es auch. Ich fuhr weiter und auf einmal löste sich alles in Wohlgefallen auf. Geradeaus auf der Schnellstraße – Schilder sagten das gleiche wie meine Navigation – Passt, jetzt kann ich fahrt aufnehmen und noch ein paar Kilometer gut machen, die ich vorher nur im Kreis gefahren bin, man war das ne Aufgabe aber ich habe auch diese lösen können.

Es sind an diesem Tag dann schon mal wieder gut und gerne über 100 km bei 38°C zusammen gekommen. – Arrivederci Venezia – Es ging also immer gerade aus. Rechts von mir das Meer und links Ackerland. Endlose Weiten die vor mir lagen aber zum Glück auf der Richtigen linie.

Ein paar Kilometer hatte ich noch bis Jesolo aber die gingen dann auch ziemlich schnell vorbei und so checkte ich dann auch hier im Camping Parco Capraro ein. Jetzt ein Tag Pause – Morgen geht es dann mit einer Portion Glück bis Udine – die Reise geht weiter.

Ein Auf und Ab der Gefühle – die Entscheidung wurde mir abgenommen

Ein Auf und Ab der Gefühle – die Entscheidung wurde mir abgenommen

Ich hatte ein paar sehr schöne, erholsame Tage in Sottomarina. Nettes Ambiente, wie immer tolle Menschen um mich rum und ich war nach den Strapazen echt glücklich, dass ich ein Nachtlager hatte. So verbrachte ich meinen radelfreien Tag mit Nichtstun und Ausruhen. „Bene“, wie der Italiener sagen würde, ich mach mal „la dolce vita“. Ja, das süße Leben wollte ich genießen und so fing ich nach dem Aufstehen auch an.

Badehose aus meinem Hänger gekruschtelt, reingehüpft und ab zum Strand und ins Meer. Juhu! Abkühlung ist zwar anders, aber ich schwimme im Meer in der Adria – glaube ich zumindest aber auch egal. Scheeee is! Dann eine schöne kalte Strand-Dusche genommen und tropfend zurück zu meinem kleinen Zelt gelaufen. Auf halbem Weg war ich durch die Hitze schon wieder trocken – das Handtuch hätte ich mir schenken können.

Dann ein wenig shoppen in meinem Minimarkt und mir lecker Essen zubereitet. Es gab heute mal Tomate-Mozzarella und dazu Nudeln mit feiner Würstchen-Tomaten-Salsa – echt lecker . So saß ich da, träumte vor mich hin und aß mein köstliches Essen. Auch heute funktioniert der Dragon Fly tadellos. Und ein Birra Moretti durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Entschleunigung tut nach den stressigen Etappen gut

So schlich der Tag vor sich hin und ich fing an, über den weiteren Routenverlauf nachzudenken. Jetzt bin ich am Meer, aber ich muss auch wieder nach Hause – und meine Urlaubszeit läuft bald ab. Die Etappen, ob mal länger oder kürzer, sind mit dem „Biketrain“ echt schwer muss ich sagen. Dazu kommt noch, dass sich der italienische Süden irgendwie nicht so recht mit dem Rad bereisen lassen will, geschweige denn mit dem „Biketrain“. Also nicht falsch verstehen: Die wuderbaren Menschen, welche ich bis jetzt auf der Reise kennenlernen durfte, meine ich nicht, sondern die Straßenführung.

Hast man mal den richtigen Weg gefunden, so endet er dann auch schon wieder nach ca. 45 km an einer Autobahnauffahrt – das war es dann auch wieder gewesen. Aber ich bin ja noch in Sottomarina. Morgen geht es wieder los – also Kopf aus und einfach chillen und Siesta halten. Ich stellte mir den Wecker mal auf 6:00 Uhr, damit ich noch einen kleinen Zeitpuffer habe, falls mich eine kommende Stadt wieder verschluckt und nicht mehr Ausspucken will – hab da schon wieder so eine Vorahnung bei Venedig – aber ich bleibe nach wie vor optimistisch.

Eine absolute Empfehlung

Der Campingplatz, an dem ich die zwei Nächte verbracht habe, heißt „Camping PARADISO“ in Sottomarina – echt schön, wenn man einen Wohnwagen oder einen Camper hat. Aber auch mit Zelt ist man an diesem Ort herzlich willkommen – der Preis war auch im Rahmen. Ich wurde beim Aus-Checken soger positiv überrascht, da es weniger kostete, als vorher angesagt war. Toll!

Ja – „Aus-Checken“ ist das richtige Stichwort. Ich war sehr diszipliniert und stand sogleich auf, als mein Wecker schepperte, und führte mich meiner morgentlichen Routine zu. Dann wieder zurück – ich hatte einen langen Fußweg von meinem Zelt bis zu den Waschräumlichkeiten – zu meinem kleinen Haus. Packen war mal wieder angesagt und auf die richtige Gewichtsverteilung kommt es ja auch immer an.

Der Körper will mobilisiert werden

Das war schon wieder so anstrengend, weil das Thermometer auch über Nacht nicht unter 26°C gefallen war und in der Früh ballerte die liebe Sonne mit voller intensivität auf mich herab. Packen und dabei zerfließen – ich war schon vor meiner Abfahrt durchgeschwitzt. Hmmmm – ich hatte ja noch mein Duscharmband – auf geht’s – eine kleine kalte Dusche und die tat richtig gut. Mittlerweile war es dann auch schon halb neun – nun aber los. Ich machte mich startklar – den Hänger angekoppelt – so war der Biketrain zur Abfahrt bereit für die Fahrt Richtung Venedig – LET’S GO!

Jetzt denkt Ihr bestimmt schon wieder: „Oh je der verfährt sich bestimmt“ aber nein, es lief ausnahmsweise mal ganz gut. Lediglich die Hitze und die nicht enden wollenden Straßen – das Thermometer stieg wieder mal so an die 36°C und der Asphalt glühte – machten die Etappe zu einer Tortur. Und dann zerren ja noch ca. 30 kg und mehr an mir rum. „Komm schon! Aufgeben kommt für dich nicht in Frage“ – aber schon spielten sich wieder die Bilder in meinem Kopf ab, wie ich mit dem Gewicht durch die Alpen zurück soll – keine Ahnung.

Der innere Schweinehund ist mit an Bord

Der „Biketrain“ rollte und ich sank in eine gewisse Monotonie des tretens. Dabei beobachte ich meinen Schatten und ab und an die Landschaft und passte auf mein Gleichgewicht auf, wenn ein LKW mit nur einem Meter Abstand an mir vorbei schoss. Die Kilometer gingen dahin, meine Gedanken ebenso. Ohhhh man und plötzlich dann doch ein Schild auf dem Stand: „Venezia 10 km“. COOL!. Das war’s dann. Ich schleppte mich die letzten Kilometer nur noch voran und es war geschafft, aber wie sollte es anders sein – natürlich 9 km vor dem Ende: Autobahn – kann doch nicht sein. Nun gut – dann halt runter von meiner Strada Statale 309 Romea und wiedermal in irgend einen Vorort. Frustration kenne ich schon garnicht mehr – mein Parasympathikus setzte ein und ich fuhr ganz ruhig und entspannt mal wieder meiner Umwege. Ich komm heute eh nicht mehr weiter!

Ich überlegte, vielleicht wieder einen Hybridsprung zu machen und so programmierte ich meinen kleinen Garmin. „Zeig mir den Weg nach Banhof Venedig Mestre“ – das tat er dann auch. Zudem suchte ich nach Verbindungen die mich vielleicht heute Abend noch bis nach Salzburg oder Villach bringensollten. Weit gefehlt! Aber warum?! Ich also gleich mal über meinen kleinen Garmin die Station Venedig Mestre gefunden und rein in den Bahhof. Eine Nummer gezogen (kam mir vor wie im KVR München – da kamen heimatgefühle auf) um dann eine ernüchternde Antwort von der Bahnangstellten zu erhalten.

Du schon aber dein „Biketrain“ nicht

Na gut, jetzt sitze ich hier ca. 600 km von zu Hause, habe kaum Zeit und wenig Kraft etc. So schnell gebe ich aber nicht auf und ich checkte die Trainline-App. Natürlich kann man da auch kein Radticket buchen, aber es hat beim letzten mal auch irgendwie funktioniert. Also egal ich versuche es dann halt mal – Mestre nach Salzburg, Mestre nach Villach, Mestre nach München – ich konnte keine Zahlung mit meiner Karte erreichen – Übertragungsfehler. Der Parasympathikus war immer noch aktiv und ich behielt die Ruhe.

Eine Möglichkeit sah ich noch bei einer Travel Agency. Vielleicht hatte ich dort mehr Glück und hier bekam ich dann auch die Antwort, warum es nicht geht – die Züge sind alle voll mit Radfahrern. Alles vorgebucht. Verstehe – die ganzen E- Bikes die keine Stromdose mehr gefunden haben kommen mit dem Zug heim – dafür ich nicht.

Das musste mal raus

Ich hab ja noch a bissl Zeit. Also gut – dann heute mal eine Nacht in Venedig Mestre – im HU-Camping-in-town – auch gut, weil heute geht eh nichts mehr. Trinke ein Bier und hab lustige Menschen aus England, die den Brexit kacke finden, um mich. Über dies und auch über andere Dinge haben wir uns ausgelassen – Reisen zum Beispiel – was nicht mehr so einfach ist. Morgen geht es dann in das 160 km entfernte „Trieste“ weiter – good luck – kleiner „Biketrain“ – der Giro geht weiter…

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