Weiter geht es von Camping Kalami nach Tholo

Weiter geht es von Camping Kalami nach Tholo

Ja ich musste weiter, obwohl es hier sehr schön war, aber bestimmt kreuzen weitere tolle Orte und Menschen meinen Weg, da bin ich mir sicher. Also machte ich mich am 03.07.26 auf den Weg vom Campingplatz Kalami nach Tholo, das auf dem Peloponnes liegt. Grobe Richtung ging nach Patras. Der „RAVTI“ und ich setzten uns in Bewegung. Kurz noch ausgecheckt und man wünschte sich eine gute Reise und sagte „Jasu“, das „Tschüß“ oder „Servus“ bedeutet. Die Fahrt verlief gut und ich bin gut voran gekommen. Als ich kurz vor Patras aus dem Gebirge kam, hatte ich einen unglaublichen Ausblick auf die Trikoupis-Brücke. Sie ist eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt. Die 2,88 km lange Brücke überspannt bei Patras das griechische Festland Antirrio mit der Halbinsel Peloponnes – die Navigation hat also wunderbar funktioniert.

Beim Navigieren ist die oberste Priorität, ruhig zu bleiben und auch mal den Kopf einzuschalten, falls es nicht gleich so läuft wie man es sich vorstellt hat. Das habe ich ja in Münchens Umgebung gelernt – es hat geholfen. Zuerst fuhr ich immer an der Küste entlang und die Straßen sind super schön, wie alles hier. Man fährt vorbei an Rhododendren-Büschen, deren Farbspiel einfach sehr schön ist. Auf der einen Seite das blaue Meer, auf der anderen Seite die Farben der weißen und roten Büsche, dazu die Sonne. Einfach dahin cruisen. Die heutige Distanz betrug ca. 350 km zu meiner nächsten Unterkunft und zwar Thélia Camping und der war mal richtig toll. Ich habe es ja gesagt, es kommt noch besser.

Heimelige Atmosphäre in der weiten Welt

Als ich in den Campingplatz fuhr, wurde ich allen ernstes mit einem echten „SERVUS!“ vom Besitzer begrüßt. „Wow!“ – dachte ich mir – „Jetzt bist du so weit von zu Hause entfernt, bist mitten in Griechenland und dann wirst auf bayerisch gegrüßt“. Wie dahoam – hihi. Es war Aris, ein echt toller Typ, der in Online-Bewertungen des Campingplatzes als Sprachen-Genie hervorgehoben wird. Super der spricht 9 Sprachen fließend. Echt beeindruckend und er ist mega engagiert was seinen Campingplatz und die Leute anbetrifft. Aris zeigte mir seinen ganzen Stolz und hat mir auch einen super schönen Platz gegeben. Bevor ich mich häuslich einrichtete, brauchte es erst einmal ein lecker kühles Getränk. Haus bauen macht bekanntlich durstig. Ich verbrachte auch diesmal einige Tage hier vor Ort, da ich ja den Plan hatte, eine Wanderung entlang des Menalonwegs zu beschreiten.

Es war alles wieder a bisserl knapp von mir kalkuliert, da ich ja schon am 05.07.26 in Athen sein musste. Konzertauftakt war nämlich der 06.07.26. Aber was soll’s – ich hab Urlaub also keinen Stress sondern entschleuningen. So tat ich es dann auch. Ich setzte mich unter mein Vorzelt und genoss die Zeit. Beschäftigung hatte ich auch, nämlich Blog schreiben – oder zumindest versuchen. Technische Hindernisse sorgten für allerlei Frust. Deshalb ein kurzer Hinweis an all meine Leser, die immer Bericht haben wollten. Ich wollte schreiben, aber es gab keine Möglichkeit es zu veröffentlichen. Deshalb bin ich diesmal leider ein wenig im Verzug.

Vorfreude ist die schönste Freude

Als ich mich nochmals in den Minimarkt aufmachte, um mir Getränke zu organisieren, kam ich mit Aris ins Gespräch und erzählte ihm von meinem Vorhaben, nach Athen zu fahren, Freunde zu besuchen und vor allem das Thema Konzertbesuch. Nach einer Weile fragte Aris mich, was ich denn eigentlch anschauen will und ich sagte ihm, dass ich Karten für High Vis, Bad Religion und The Offspring hätte. Er fragte darauf „du gehst doch nicht auf das Release Festival, oder?“. Ja Logo genau dahin. „Cool“, meinte er „ich hab auch eine Karte“ aber natürlich gab es einen Wermutstropfen.

Sein Campingplatz war neu und er hatte einen kleinen Sohn, seine Frau gab es auch noch. Eine wirklich süße Familie, aber dann kann man halt nicht mehr so, wie man es denn gerne möchte. Auf jeden Fall versuche er zu kommen, sagte er. Somit ließen wir es für den Moment stehen und ich zog mich zurück in mein mobiles Heim. Am nächsten Tag überlegte ich wahrscheinlich zu lange, um eine Entscheidung treffen zu können. Der Wetterbericht sagte für mein Gebiet Gewitter an und auch Aris riet mir von meinem Vorhaben ab, da die Gewitter in den Bergregionen ziemlich stark ausfallen können.

Daher entschied ich mich ans Meer zu gehen und es war mal ganz was anderes, als das, was ich bisher erleben durfte.

Die Seele baumelt im Camping Kalami

Die Seele baumelt im Camping Kalami

Ich war in Griechenland angekommen und das war super. Der Campingplatz Kalami war super schön, allerdings hatte ich ja auch noch keine Vergleichswerte, deshalb empfand ich diesen super. Für den „RAVTI“ hatte ich einen relativ schattigen Platz gefunden und spannte auch meine Plane über ihn. Somit hatte ich auch gleich ein kleines Vorzelt – MEGA . Jetzt konnte ich ein wenig chillen und mich ausruhen. Das Meer war auch sehr leicht zu erreichen. Da es sich um einen Terrassencampingplatz handelte, ging es immer die Stufen runter und direkt ins Meer. Das war echt cool. Da es aber so heiß war, habe ich es nicht allzu lange ausgehalten und hielt meine Strand-Aufenthalte relativ kurz. Aber so zwischendurch mal eine kurze Abkühlung war schon echt angenehm.

Aus der Vergangenheit nichts gelernt?

Ich entschied mich einige Tage zu bleiben, da ich ja Urlaub habe und mich nicht stressen lassen wollte. Es wurden dann vier Tage daraus. Eigentlich passierte in dieser Zeit nicht viel. Ich organisierte meine Sachen, wie zum Beispiel meinen Internationalen Versicherungsschein und überlegte mir wie sich meine Weiterfahrt gestalten sollte. An einem besonders heißen Tag, wie sollte es auch anders sein, stieg ich auf mein Rad und fuhr die Küste zu einem nahe gelegenen Küstendorf um eine Kleinigkeit einzukaufen. Es sind dann doch zwölf Kilometer geworden. Diese hatten es aber in sich, da Griechenlands Küsten ja nicht eben sind, sondern ein Mix aus Bergauf-Passagen und Abfahrten. Zunächst also natürlich eine Steigung. Dennoch – ich kann es noch.

Wieder am Campingplatz, genoss ich die Zeit sehr und es gab auch immer wieder etwas neues zu sehen. So zum Beispiel kam eine ziemlich große Familie aus Ungarn an, die gegenüber von mir ihr Lager aufschlug und ich kann es nur sagen, was für eine Mentalität und Feuer die hatten. Echt super. Auf dem Campingplatz erlebte ich auch mein erstes Gewitter und das war nicht ohne, aber wir ließen uns die Laune dadurch nicht vermiesen – ganz im Gegenteil: die Nachbarn feierten den Regen mit dem Song des Komponisten Nacio Herb Brown – Singin‘ in the Rain – Klasse. Ich war in guter Gesellschaft. Langsam kam man sich auch näher.

Mitten im Urlaub adoptiert

Das Eis wurde Mal wieder von einem kleinen Mädchen gebrochen, was mir immer zu winkte, wenn es ins Bett musste. Auch der Familienhund war Irgendwann so neugierig, dass er bei mir stand und um mich rum schnüffelte. Spätestens jetzt war es geschehen, ich war offiziell angenommen. Man grüßte mich überall wo man sich über den Weg lief und auch am Strand waren wir nie weit voneinander entfernt, obwohl nicht viel gesagt worden ist.

Eines Tages kam ich vom Strand die Stufen hinauf und eines der Kinder kam zu mir und fragte auf englisch, ob ich einen Fisch möchte. Sein Vater hat diesen selbständig mit der Harpune im Meer gefangen. Wow – ja sehr gerne mag ich einen Fisch. Der Junge kam mit einer Platte voller frittierter Fische zurück und ich Griff zu. Es war so lecker. Ich bedanke mich recht herzlich und ließ mir meinen Fisch schmecken. Das war wirklich eine schöne Geste. Die Reise hat super toll begonnen und so soll es weiter gehen. „Wundervoll“, dachte ich mir, „was es doch für liebevolle Menschen auf dieser Welt gibt“. Begeisterung machte sich in mir breit und das „nur“ wegen eines Fisches.

Die Zeit verging viel zu schnell, denn mein Ziel ist ja Athen. Also musste ich weiterfahren – ich merkte es. Auf zu neuen Abenteuern und Begegnungen!

Tag 2 – von Ancona nach Igoumenitsa

Tag 2 – von Ancona nach Igoumenitsa

Die zweite Etappe meiner Abenteuerreise führt von Ancona nach Igoumenitsa. Es ist mittlerweile 21:30 Uhr und wir sind immer noch im Hafen vertaut. Die Schornsteine rauchen allerdings schon, vielleicht ein gutes Zeichen, dass es bald heißt: „Leinen los!“. Und so ist es dann auch – der Dampfer setzt sich in Bewegung, erst ganz langsam, aber es geht los. Der Lotse, der an Bord kam wurde dann auch schon bald wieder von seinem Boot, das Backbord längs lief, aufgenommen und wir stachen in die dunkle See.

Nächster Halt ist dann Igoumenitsa in Griechenland. Ich hatte mir ja ein lauschiges Plätzchen gesucht und dort verweilte ich auch so bis halb Zwei in der Früh. Ein paar lecker Getränke hatte ich noch gehabt. So eine Seereise macht bekanntlich auch durstig. Da es aber schon eine anstrengende erste Etappe war entschloss ich mich, dann doch in meinen Schlafsack zu kriechen. Dafür musste aber noch das richtige Plätzchen gefunden werden.

Über Nacht an Deck – ob das gut geht?

Ich bewegte mich aufs Oberdeck und siehe da hier konnte ich mein Lager für die Nacht aufschlagen. Es war so schön an Deck unter freiem Himmel, der Wind blies mir um die Nase und das Gebrummel der Maschinen hat mich dann doch überwältigt und ich schlief ein.

Geweckt wurde ich heute von einem übereifrigen Maschinist – ich glaube zumindest, dass er was damit zu tun haben könnte. Er überprüfte die ganzen Beiboote auf ihre Funktionalität und das wiederum bedeutete, dass er alle Motoren startete und diese natürlich nicht nur Lärm, sondern auch leckere Abgase verursachten. Das war heute mein Wecker.

Ein spannender Tag steht an

Nun dann – es war eh viel zu heiß, also packte ich mein Nachtlager wieder zusammen und begab mich an die Bar, um einen Kaffee und einen leckeren Softdrink zu ordern. Unterdessen setze mein Schiff seine Reise fort. Heute am 28. Juni, um 15:00 Uhr sind wir schon auf der Höhe von Albanien – es geht also voran. Ich saß da so in meiner Deck-Nische und bekam auf einmal Gesellschaft von Elke und Lucky und es ergab sich eine sehr nette und amüsante Unterhaltung, mit Witz, Charme und Esprit. Sehr schön, so in dieser Runde mit netten Geschichten und Anekdoten aus früheren Urlauben verging die Zeit auch ziemlich schnell.

Einige Zeit später, gesellten sich dann auch noch Fabiola und Patrick mit ihren Kindern zu uns – die Selbsthilfegruppe mit dem Thema „Internationaler Versicherungsschein“ war komplett. Ja das sollte ich kurz erläutern. Da wir alle unsere Urlaubs-Vorhaben ausgetauscht hatten und ich von meiner Rückreise durch die Balkanstaaten erzählt habe, kam der Internationale Versicherungsschein wieder zur Sprache und ich schaute mit großen Augen und einigen Fragezeichen – was ist das und wozu ist dieser nötig? Mir wurde dann mitgeteilt, dass dieses Dokument für manche Länder von großer Bedeutung sei. Ahhhhhh ja, OK. Nun denn!

Unvollständige Reisevorbereitungen!? – NIEMALS

Und jetzt was mache ich nun, denn ich glaube, so etwas besitze ich wohl nicht. Aber es ist gut, eine Gruppe zu haben oder besser gesagt, ein Teil davon zu sein. So konnten wir die offen Fragen im Kollektiv herausarbeiten und zu einer Lösung finden. Am Ende war es dann so, dass ich meine Versicherung anrief und mir das Dokument via Mail schicken ließ.

Unsere Schiffsreise neigte sich dem Ende zu. Wir ließen Albanien an uns vorbeiziehen und der nächste halt war Igoumenitsa. Natürlich dauerte es wieder ein wenig, bis alles durch die wild gestikulierende Crew koordiniert wurde, und schlussendlich alle das Schiff verlassen konnten. Zuvor sagten wir einander noch Servus und wünschten uns gegenseitig eine gute und schöne Reise.

Abschiednehmen und die obligatorische Suche nach einer Unterkunft

Ich machte mich auf der Küstenstraße grob in Richtung Athen auf den Weg. Der erste Campingplatz gehört mir und da kam er auch schon, ca. 6 Km von Igoumenitsa entfernt: Camping Kalami. Runter von der Bahn und rein zum Check-In – alles super. Nach einer langen und heißen Etappe habe ich es fürs erste Geschafft. Ich bin in Griechenland angekommen.

Reise nach Athen zu Griechenlands Hauptstadt

Das Reisegepäck für dieses Jahr

So ich habe meine Sachen gepackt 😊 und hoffe, dass ich diesmal Alles dabei habe. Vermutlich habe ich wieder viel zu viel eingepackt. Aber zumindest muss ich nicht alles aus eigener Muskelkraft schleppen oder ziehen. Die Vorbereitungen für meine diesjährige Reise nach Athen laufen. Ich setze dieses Jahr auf die Unterstützung meines „Ravti“. Gerade sitze ich noch in München und bereite mich auf meine Abfahrt so gegen 4:00 Uhr in der Früh vor. Meine erste Etappe in führt von München nach Ancona, um dort dann in mein Schiff nach Igoumenitsa einzuchecken.

Zuerst geht es über Garmisch nach Mittenwald, durch Scharnitz und über Seefeld. Ich denke, dass ich dann in Innsbruck einen Kaffee trinke und dem „Ravti“ ein paar Liter Benzin gönne, bevor es dann über den Brenner geht. Ab Sterzing setze ich mich dann auf die Autobahn und Rolle bis Ancona. Soweit der Plan fürs erste. Mal schauen, wie es läuft. Auf jeden Fall bin ich wieder sehr gespannt, was mich erwarten wird und welche Abenteuer auf mich zukommen werden.

Ich habe mir viel vorgenommen

Geplant sind Wanderungen und Mountainbike-Touren entlang der Hin- und Rückreise, sowie Besuche diverser Kulturveranstaltungen in Athen. Damit ich auf den Ausflügen nicht wieder verloren gehe, habe ich die Navigation im Vorfeld der Reise mal in einem eher gewohnteren Umfeld getestet, um die Schwächen des Routings mal auszuloten. Es wird spannend sein zu sehen, wie man Straßen, die eigentlich nur für Autos sind, mit dem Rad vermeiden kann, ohne gleich etliche Kilometer Umwege fahren zu müssen, oder ob ich am Ende doch wieder das Abenteuer Straßenkampf erlebe.

Der Rückweg soll dann mit dem Auto entlang der Adriaküste führen, wobei ich auch noch diverse Zwischenstopps mit sportlichen Aktivitäten einlegen möchte, sei es eine Wanderung auf Bosniens höchsten Berg, oder eine Radtour auf der kroatischen Insel Brač. Es bleibt, wie immer, spannend: spielt das Wetter mit? Geht sich das alles zeitlich aus? Ich werde es hier berichten.

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